Wernigerode l Wernigerodes Altstadt platzt aus den Nähten – zumindest was parkende Autos betrifft. Nur 750 Stellflächen gibt es, mehr als die Hälfte sind für Besitzer von Sonderparkgenehmigungen reserviert. Diese können für ein Jahr beantragt werden. Doch der Bedarf ist groß. Bis vor Kurzem konkurrierten Anwohner, Urlauber und Gewerbetreibende um die begehrten Plätze. Das gab reichlich Ärger, und es hagelte etliche Beschwerden von allen Seiten.

Wernigerodes Stadtverwaltung griff nun Anfang 2019 durch. Vermieter von Ferienwohnungen bekommen keine Sonderparkgenehmigungen mehr für den Altstadtkern. Ihre Gäste sollen stattdessen Großparkplätze wie den Anger oder den Katzenteich nutzen, für die die Vermieter eine jährliche Sonderparkgenehmigung beantragen können. Eine Entscheidung, die abermals zu Beschwerden führte.

Wie wird das Parkplatzproblem in anderen Touristenstädten im Harz gehandhabt? Die Harzer Volksstimme hat sich umgehört.

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Thale vergibt Jahressonderkarten

  • In Thale gibt es eine hohe Nachfrage nach Bewohner-Parkplätzen in der Innenstadt, informiert Philipp Zedschack, Abteilungsleiter für Sicherheit und Ordnung. Wie in Wernigerode können sie für ein Jahr beantragt werden – aber nur von Personen mit Meldeanschrift in dem Bereich. In den stark touristisch genutzten Bereichen am Eingang des Bodetals in Thale, Treseburg und Altenbrak können Anlieger darüber hinaus Jahressonderkarten gegen eine Gebühr von 60 Euro erwerben. Diese entbinde sie von der Pflicht der Parkscheinlösung, so Zedschack. Zudem gebe es in dem Bereich auch private Großraumparkplätze, welche teils gebührenfrei genutzt werden können.
  • In Goslar ist der Parkdruck in der Altstadt sehr hoch – besonders bei Veranstaltungen, wie es von Vanessa Nöhr aus dem Goslarer Rathaus heißt. Auch hier werden Bewohner-Parkgenehmigungen angeboten. Dieses Angebot nehmen etwa 1600 Anwohner in Anspruch, so Vanessa Nöhr weiter. Hotels, Pensionen und Ferienwohnungsvermieter könnten für ihre Übernachtungsgäste ebenso jährliche Sonderparkgenehmigungen beantragen. Die Übernachtungsgäste dürfen ihr Auto mit dieser Parkberechtigung in den vorgegebenen Straßenzügen abstellen – analog der Bewohnerparkregelung, informiert die Rathausmitarbeiterin.
    Handwerksbetriebe, Sozialdienste, Schornsteinfeger und Auslieferungsunternehmen können ebenfalls Anträge für eine besondere Parkgenehmigung stellen.
  • In Quedlinburg sind durch „bauliche Gegebenheiten“ in der Altstadt nur begrenzt Parkflächen vorhanden, informiert Sabine Bahß, Sachbearbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit auf Volksstimme-Nachfrage. „Bewohnerparkausweise werden nur an meldebehördlich registrierte Bewohner ausgegeben“, Diese werden für ein oder zwei Jahre ausgestellt.
    Darüber hinaus könne in Quedlinburg eine Dauerparkkarte für zwölf Monate beantragt werden. „Die Kosten sind zonenweise aufgeschlüsselt und liegen zwischen 180 und 450 Euro“, erläutert Sabine Bahß. Damit sei es möglich, im Bereich von Parkscheinautomaten zeitlich unbegrenzt und ohne Gebühr zu parken. Diese Möglichkeiten gebe es für Firmen, Geschäftsinhaber, Berufspendler und Einwohner, die in Straßen der Quedlinburger Innenstadt wohnen, in denen keine Bewohnerparkflächen eingerichtet werden konnten.
    „Vermieter von Ferienwohnungen und Feriengäste könnten dabei nicht berücksichtigt werden“, so Bahß weiter. In der Regel stellten die Vermieter private Stellplätze zur Verfügung. Andernfalls würden sonstige freie Parkflächen genutzt. „Sonderregelungen für Feriengäste gibt es nicht.“ Für Touristen gebe es zudem vier große gebührenpflichtige Parkplätze. Drei davon liegen in der Innenstadt.

Ordnungsamt kündigt weitere Neurung an

 Die neue Parkregelung in Wernigerode entschärft den Parkplatzmangel in der Altstadt bisher nur bedingt. Deshalb kommen als nächstes die Sonderparkgenehmigungen für Gewerbetreibende unter die Lupe, wie das Wernigeröder Ordnungsamt ankündigte.