Wernigerode l Im Wernigeröder Stadtwald ist Bewegung. Große Einsatzfahrzeuge sind angerollt, Harvester transportieren umgekippte Baumstämme rund um den Armeleuteberg ab. Im März 2018 wurden die Aufräumarbeiten begonnen, mit Beginn der Sommerferien sollen sie abgeschlossen werden. „Vor allem die von Touristen oft benutzten Wege sollen frei sein,“ sagt Michael Selmikat. Als nächstes Vorhaben peilt der Sachgebietsleiter für den Stadtwald in Wernigerodes Verwaltung den Eichbergweg an.

Im Forst am Rande Hasserodes sollen Wege angelegt werden, auf denen die Maschinen besser durchkommen. Selmikats Agrumente dafür, dass dafür Holz aus dem Wald entfernt werden muss: Schutz vor Waldbränden und die Ausbreitung des Borkenkäfers.

„Mit Harvestern zu arbeiten, ist die schonendste Methode, um das Holz zu verarbeiten“, so der Stadtförster. Denn so könne bereits die Rinde von den Bäumen entfernt werden. Dies sei besonders wichtig, um Holz vor dem Befall durch Borkenkäfern zu bewahren. Das Holz, dass derzeit von den Wegen geräumt wird, sei nicht von den Krabbeltierchen befallen. Es jetzt wegzuräumen, helfe, die Gefahr einzudämmen, bevor der Käfer wieder fliegt.

Landeszuschuss von 50 Prozent

Vor allem aber sei Selmikat wichtig: Die Fördermittel, die bereits bereitstehen, nicht verfallen zu lassen. Denn im Sinne der Nachhaltigen Forstwirtschaft bezuschusst das Land Sachsen-Anhalt die Erschließung von neuen Forstwegen zu 50 Prozent. 60.000 Euro stehen im Moment für alle Arbeiten zur Verfügung, die Stadt müsste insgesamt 106.000 Euro ausgeben. Im Stadtrat fiel die Wegebauerschließung im Mai allerdings durch.

Das Argument war damals: Wernigerode müsse sparen. Die Arbeiten wurden daraufhin verschoben. Bei einer Exkursion am Armeleuteberg drängten Michael Selmikat und Egbert Thiele vom Landeszentrum Wald darauf, das Thema erneut im Stadtrat zu diskutieren.

Fördergeld noch bis 2019

Eingeladen, sich den Wald noch einmal anzuschauen, waren deshalb auch Stadträte aus Wernigerode. „Wir warten nur auf Grünes Licht vom Stadtrat“, so Selmikat. Jutta Meier (CDU) wandte ein, dass der Holzeinschlag noch vor dem vergangenen Winter hätte erfolgen müssen. „Wir wollen dosiert arbeiten“, antwortete Egbert Thiele.

Bis 2019 sollte der Holzeinschlag abgeschlossen sein, denn bis dahin steht die Förderung vom Land noch zur Verfügung. Dass Fällungen, Entastungen und Entfernen der Rinde nicht komplett auf einmal erfolgen können, hätte unter anderem auch mit dem Sturmtief vom Januar, Friederike, zu tun.

Damals seien zu viele Bäume umgefallen. Auf den bereits existierenden Schneisen sei die komplette Arbeit nicht zu meistern. Auch in diesem Zusammanhang, so Selmikat, sei die Wegebauerschließung so wichtig.

Stadträtin Sylke Mattersberger (SPD) sprach sich ebenfalls für die Erschließung aus, da dass Land Unterstützung anbiete. Der CDU-Abgeordnete und Stadtratspräsident Uwe-Friedrich Albrecht dagegen war sich nicht sicher, ob die Wegeerschließung im Haushalt oberste Priorität haben sollte.

Einig waren sich die Lokalpolitiker nach dem Ausflug in den Stadtwald jedoch in einem Punkt: Die Arbeit an den Forstwegen ist wichtig.