Wernigerode l Mehr Verkaufsfläche will der Lebensmitteldiscounter Aldi in seinem Markt im Wernigeröder Mühlental schaffen. Der Standort, 2002 errichtet, soll „heutigen Erfordernissen“ angepasst werden, heißt es in der Beschlussvorlage zum Bebauungsplan, den der Bauausschuss jüngst beriet.

Bisher kommt der Einkaufsmarkt auf eine Verkaufsfläche von 785,33 Quadratmetern. Diese soll auf maximal 1000 Quadratmeter erhöht werden, und zwar durch einen Anbau an der Ostseite des bestehenden Gebäudes. Die Fassade soll auch beim Anbau aus rotem Klinker und Mineralputz bestehen, er darf maximal zehn Meter hoch werden – zum Vergleich: Der jetzige Markt ist neun Meter hoch.

Vieles bleibt beim Alten

Wobei optische Korrekturen wünschenswert wären, sagte Matthias Bosse (SPD). „Das Gebäude bekommt keinen Ästhetikpreis.“ Gleichwohl würden die Sozialdemokraten zustimmen, so Fraktionskollege Siegfried Siegel. „Der Aldi hat für Nöschenrode und Elbingerode eine wichtige Funktion.“ Hagen Bergmann (CDU) stimmte zu: „Wir als Anwohner sind froh, dass Aldi etwas größer wird.“

Ansonsten bleibt aber vieles beim Alten, der Pylon an der Einfahrt ebenso wie die Brücke über den Zillierbach. Der Parkplatz mit 71 Stellflächen soll neu angeordnet werden und geräuschärmeres Pflaster erhalten, sagte Michael Zagrodnik, Leiter des Stadtplanungsamtes. Ebenso sollen geräuschärmere Einkaufswagen angeschafft werden. Beim Schallschutz verschlechtere sich nichts, heißt es in einem Gutachten. Der Ausschuss empfahl die Erweiterung einstimmig, entscheiden soll der Stadtrat am 2. Juli.

Ansturm ist oft groß

Auf den Nägeln brennt den Räten aber die Parksituation im Mühlental, vor allem weil am benachbarten Wildpark Christianental Parkplätze fehlen. „Dem Wildpark wäre unheimlich geholfen, wenn der Aldi-Parkplatz am Wochenende genutzt werden könnte“, sagte Ausschusschef Matthias Winkelmann (CDU). Man sei nicht dagegen, dass dort geparkt werde, so Ronny Krischke, Leiter Immobilien und Expansion bei Aldi Nord, in der Sitzung. Doch der Ansturm sei oft zu groß. „Unsere Lkw kamen nicht mehr auf die Fläche, weil sich zu späterer Stunde niemand mehr an die gekennzeichneten Parkboxen hielt. Sogar die Brücke war zugeparkt.“

Ähnlich äußert sich die Konzernzentrale in Essen. „Die gelebte Praxis während der Öffnungszeiten des Marktes zeigt, dass wir externen Nutzern unseres Kundenparkplatzes sehr tolerant begegnen“, heißt es auf Volksstimme-Nachfrage. Außerhalb der Öffnungszeiten sei dies aber aus „immissions- und verkehrssicherungsrechtlichen Gründen“ nicht möglich. Daher könne man keine Vereinbarung über die Parkplatznutzung mit der Stadt abschließen, wie in der Sitzung angeregt wurde.