Blankenburg l Der Musikpavillon ist nur noch eine Brandruine, die Bühne im Stadtpark verfallen und mit Graffiti beschmiert – doch nicht mehr lange, wenn es nach der Blankenburger Stadtverwaltung geht. Binnen drei Jahren soll die knapp drei Hektar große Ruheoase zwischen Garten- und Klosterstraße wieder hergerichtet werden. Wie, das wurde am Dienstagabend im Saal des historischen Rathauses vorgestellt.

So soll im südöstlichen Teil der Anlage ein großes Areal zum Toben und Spielen entstehen. Vorgesehen sind eine 20 Meter lange Seilbahn, Trampoline, ein neuer Turm für eine Röhrenrutsche, Tischtennisplatten und Flächen für Ballspiele sowie Calisthenics – sportliche Übungen mit dem eigenen Körpergewicht. Ebenfalls eingeplant sind ein Matsch- und Wasserspielplatz auf der Wiese und ein bis zu drei Meter hoher Kletterfelsen. „Als Hommage an Blankenburger Wahrzeichen wie die Teufelsmauer und die Festung Regenstein“, erläuterte Birgit Walsch aus dem Planungs- und Bauamt der Stadt. Die bereits stehenden Spielgeräte blieben erhalten. Begonnen werden soll mit den Bauarbeiten laut Konzept „Zukunft Stadtgrün“ im Juni.

Bereits im Mai soll der Baustart für die unter Denkmalschutz stehende Parkbühne erfolgen. „Von der alten Bausubstanz ist fast nichts mehr da“, erläuterte Sven Ungethüm vom beauftragten Ingenieurbüro Weber aus Darlingerode. Deshalb solle die alte Freilichtbühne abgerissen werden und ein Neubau in gleicher Optik entstehen. Der geplante Holzrahmenbau biete Platz für Toiletten, Umkleide- und Vorbereitungsräume für Künstler sowie ein Lager.

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Neues Regiehaus mit Spielzeug-Ausleihe

Ähnliches gilt für das gegenüberliegende Regiehäuschen. „Bei einer Besichtigung haben wir drinnen ein paar alte Elektroanschlüsse und einen Haufen Müll gefunden“, berichtet der Planer. Im Untergeschoss der neuen Holzkonstruktion sollen laut Ungethüm eine Ausleihe für Spielgeräte und eine Verkaufsstelle für Eintrittskarten, Toiletten und ein Technikraum unterkommen. Der von Terrassen umrahmte Vorführraum darüber solle flexibel nutzbar sein – etwa für Filmvorführungen unter freiem Himmel: eine Tradition, die sich nach 1966 im Stadtpark etablierte und 2019 von der „Initiative für Blankenburg“ reaktiviert wurde.

Danach könne mit den Tiefbauarbeiten im Park begonnen werden, beschreibt Walsch weiter. So seien zwei Anschlussstellen für Imbisswagen möglich – am Spielplatz und der Veranstaltungsfläche im Park. Das Parkcafé zu sanieren, sei mit dem aktuellen Budget für das Projekt dagegen nicht möglich, so die Mitarbeiterin der Stadt Blankenburg.

Für den Zeitraum bis 2022 stehen für die Stadtpark-Umgestaltung insgesamt 1,7 Millionen Euro zur Verfügung. Nach der gescheiterten Bewerbung um die Landesgartenschau 2022 hatte Blankenburg 1,13 Millionen Euro Fördergeld aus dem Programm „Zukunft Stadtgrün“ von Bund und Land erhalten. Das übrige Drittel muss die Blütenstadt aus dem eigenen Säckel aufbringen.

Über 700 Ideen und Vorschläge eingeschickt

Wie sehr die Blankenburger an ihrem Stadtpark hängen, verdeutlichte der stellvertretende Bürgermeister Andreas Flügel: „Wir haben mehr als 700 Einsendungen mit Vorschlägen und Ideen erhalten.“ Daraus ein Konzept zu erarbeiten, habe für Verwaltung und Planer „an die Quadratur des Kreises“ gegrenzt. Ob sich alle Bestandteile des Projekts – etwa ein Staudengarten und eine Pergola, der Eiskeller und die Neugestaltung des Parkplatzes – in den nächsten drei Jahren abarbeiten lassen, stehe noch nicht fest, ergänzte Bauamtsmitarbeiterin Walsch. Bei der Ausschreibung der einzelnen Arbeiten gebe es viele Unwägbarkeiten.

Sicher ist dagegen: Die Verwaltung will verhindern, dass der Stadtpark nach seiner Schönheitskur wieder zum Spielplatz für Vandalen wird. Deshalb soll schon im Mai damit begonnen werden, das Gelände einzuzäunen, so Walsch. „Der Park ist eingebettet in ein Wohngebiet.“ Zum Schutz der Anlieger und um Sicherheit und Ordnung zu garantieren, solle die Anlage künftig nur von 7 bis 22 Uhr der Öffentlichkeit zugänglich sein. Möglich sein sollen bis zu 18 größere Veranstaltungen pro Jahr auf dem Gelände.