Heimatverein

Ausstellung über Medizin in Barleben wartet auf Besucher

Mit dem Aufweichen der Corona-Beschränkungen wird das kulturelle Leben wieder hochgefahren. So öffnet die Heimatstube im Baqrleber Breiteweg.

Von Sebastian Pötzsch
Aus dem Vortragsabend "Mediziner auf dem Lande" ist eine Ausstellung in der Heimatstube in Barleben geworden.
Aus dem Vortragsabend "Mediziner auf dem Lande" ist eine Ausstellung in der Heimatstube in Barleben geworden. Archivfoto: Sebastian Pötzsch

Barleben - Emsige Betriebsamkeit herrschte im Februar in der Heimatstube in Barleben. Das baldige Ende des coronabedingten Lockdowns vor Augen hatten die Mitglieder des örtlichen Heimatvereins Bilder sortiert, Texte gesichtet und Objekte drapiert. Schon bald sollte die Ausstellung „Mediziner auf dem Lande - eine Zeitreise“ zu sehen sein.

Doch es kam ganz anders. Wegen der stetig steigenden Corona-Fallzahlen war an eine vollständige Öffnung der Heimatstube nicht zu denken. Die Schau über die Geschichte der Medizin in Barleben konnte keine Interessierten begeistern.

Seit einer Woche ist die Heimatstube im Breiteweg nun wieder geöffnet. Immer dienstags von 15 bis 18 Uhr dürfen die Gäste durch das kleine Museum stromern und dabei Historisches über Barleben entdecken. Auch die Ausstellung ist endlich für Besucher geöffnet. Zu sehen sind Fotos, Texte und Utensilien, die einst in den ehemaligen Praxen in dem Ort südlich von Magdeburg verwendet wurden.

Bereits im Oktober des vergangenen Jahres hatten die Mitglieder des Heimatvereins zur gleichnamigen Veranstaltung eingeladen. Thema war die Geschichte der medizinische Versorgung in der Region. In Vorträgen, Anekdoten und kurzweiligen Geschichten wurde auf dieses Kapitel Barlebens eingegangen.

Doch wegen der Kontaktbeschränkungen durften dieser Veranstaltung in der Begegnungsstätte nur höchstens 50 Personen beiwohnen. Weil die Nachfrage schon im Vorfeld so groß war, hatten die Heimatfreunde einen zweiten Termin organisiert. Dennoch kamen viele Interessierte zu kurz: Dutzenden von potenziellen Gästen musste abgesagt werden.

Thema soll Fortsetzung erfahren

Für jene, die eine Karte ergattern konnten, wurde es ein kurzweiliger Abend: Bereits am Einlass war Stimmung aufgekommen. Hier hatte sich eine Hand voll Heimatfreunde postiert, um die Gäste standesgemäß zu empfangen – passend im Arztkittel oder Schwestern-Outfit.

Vereinschefin Annemarie Keindorff referierte über die Anfänge der medizinischen Versorgung in Barleben zu Zeiten der Pest. Anschließend hatte Elisabeth Oelze Anekdoten über Ursula Thielepape parat. Sie praktizierte in den Jahren von 1941 bis 1958 als Ärztin in Barleben.

Noch mehr Fakten und Anekdoten erfuhren die Zuhörer im weiteren Verlauf der Veranstaltung, so auch über Doktor Schuppe, der von 1925 bis 1957 als Landarzt in Barleben arbeitete, sowie über Sanitätsarzt Hans-Joachim Linke. Außerdem hatten die Gäste Geschichten über die Hebamme Minna Bührig verfolgt, die bis 1963 etwa 3450 Frauen unterstützte. Auch eine Ausstellung zum Thema gab es zu bestaunen.

Doch weil das Interesse an der Veranstaltung so groß war und nicht alle Interessierte eine Karte ergattern konnten, hatten die Mitglieder des Heimatvereins die Idee, den Abend in einer Ausstellung in der Heimatstube münden zu lassen. Mehrere Monate schlummerte die nun fertige Schau in den Räumen des kleinen Heimatmuseums. Nun kann sie endlich angeschaut werden. Neben den bereits während den beiden Veranstaltungen gezeigten Fotos und Utensilien können auch die Vorträge noch einmal nachvollzogen werden. Die Texte liegen aus.

Außerdem haben die Rettungsschwimmer des Deutschen Roten Kreuzes einen Teil der Ausstellung gestaltet. Hier sind historische Aufnahmen, ein Rettungsbrett und Mitgliedsausweise zu sehen.

Wie Vereinschefin Annemarie Keindorff gegenüber der Volksstimme berichtet, wird die Zeitreise in die medizinische Vergangenheit mit der Ausstellung nicht zu Ende sein. „Es haben sich zwei Barleber gefunden, die wollen über ihre Eltern sprechen“, erzählt sie gegenüber der Volksstimme. Einer sei der Sohn einer ehemaligen Hebamme, der aus seinen Erinnerungen während seiner Kindheit berichten möchte. Dies soll später im Rahmen eines „Quasselcafés“ in der Begegnungsstätte erfolgen, so die Überlegungen.

Doch zurück zur Heimatstube mit ihrer ständigen Ausstellung und der aktuellen Schau: Trotz der sinkenden Inzidenz und der landesweiten Lockerungen gelten nämlich weiterhin Maskenpflicht und Abstandhalten. Dennoch könnten Spaziergänge durch das Gebäude unternommen werden, auf Wunsch auch als Führung.

Die Heimatstube im Breiteweg 50 in Barleben hat dienstags von 15 bis 18 Uhr geöffnet.