Wolmirstedt l Heike Grzesiak möchte ab und an reiten. Antje Rojahn tanzt gerne und träumt von Discobesuchen, Doris Schulze würde gern Standardtänze wagen, Sina Lentge begeistert sich fürs Nähen. Dafür hat sie bereits einen Kreis Gleichgesinnter gefunden, besucht regelmäßig die Textilwerkstatt von Gisela Krohn in der Burgstraße. Die anderen würden sich freuen, wenn ihnen jemand dabei hilft, Reiten oder Tanzen zu gehen. Doch derzeit ist weit und breit kaum jemand in Sicht.

„Die Ehrenamtlichen, die sich schon lange um unsere Bewohner kümmern, werden langsam älter“, sagt Martina Bauer, Leiterin der Freizeitbörse des Bodelschwingh-Hauses. Deshalb wird Nachwuchs dringend gesucht. „Neben den einmaligen Aktionen würden wir auch gerne regelmäßige Freizeitkurse anbieten, doch auch dafür brauchen wir Menschen, die das, was sie selbst gerne tun, mit unseren Bewohnern teilen möchten.“ Das kann ein Spieleabend sein, ein Kochkurs oder die geteilte Freude am Lesen. Wer gern zum Fußball, spazieren oder in ein Konzert geht, kann manchem Bewohner eine riesige Freude bereiten, wenn er ihn oder sie mitnimmt.

Ideen wurden gebündelt

Die Ideen sind in der Arbeitsgruppe „Freizeit und Teilhabe“ gebündelt worden. Diese Arbeitsgruppe wurde neben weiteren auch deshalb gegründet, weil die UN-Behindertenrechtskonvention unter anderem fordert, dass Menschen mit Behinderung gleichberechtigt am Leben teilhaben sollen. Die Arbeitsgruppe setzt dabei nicht nur auf den Abbau von Barrieren, sondern auch darauf, dass Freizeitangebote verständlich erklärt werden. Deshalb soll es demnächst einen Jahresplaner geben, in dem alle Veranstaltungen aufgeführt sind.

Antje Rojahn, Heike Grzesiak und die anderen Bewohner möchten jedoch nicht nur zu besonderen Veranstaltungen unterwegs sein, sondern auch ihren Alltag bunter gestalten, nicht allein in den Wohnbereichen versauern. Zwar gibt es die Begegnungsstätte „Bodelstübchen“ in der Stadtmitte auf dem Zentralen Platz, doch die ist nicht für jeden problemlos erreichbar. Sina Lentge, Doris Schulze und die anderen mögen solch einen Treffpunkt trotzdem. Nur soll der auf dem Gelände sein. Dann müssen beispielsweise Rollifahrer nicht erst den Weg über die Bahnschranken nehmen, sondern würden einfach um ein paar Ecken fahren. „Wir wollen einfach nach der Arbeit quatschen“, fasst Heike Grzesiak zusammen, „gemeinsam Kaffee trinken.“

So ein Café wurde bereits eingerichtet, kann allerdings nur einmal im Monat offen sein. Es wird von Mitarbeitern betreut. Martina Bauer wirbt um Hilfe: „Wenn wir Ehrenamtliche finden, die dieses Café öfter betreiben, würden sich unsere Bewohner freuen.“

Die Arbeitsgruppe „Freizeit“ hofft auf Unterstützung, macht sich aber auch Gedanken, was Ehrenamtliche zurückbekommen. „Bei uns werden sie mit offenen Armen empfangen“, verspricht Anke Rosien, „sie werden sehen, dass die Augen strahlen.“ Wer Freude schenken möchte, kann sich bei Martina Bauer unter den Telefonnummern 0151/18 23 90 07 oder 039201/624 61 oder per E-Mail unter m.bauer@bodelschwingh-haus.de  melden.