Meitzendorf l Reger Trubel herrscht am Freitagvormittag vor dem Eigenheim der Familie Buro in Meitzendorf. Das Ehepaar aus dem Goldfasanenweg gehört zu den ersten Kunden des kommunalen Breitbandnetzes, die heute einen Hausanschluss bekommen. Im ultraschnellen Internet surfen können die Beiden dann noch nicht, schließlich fehlen noch die Überlandleitung bis zum Hauptverteiler in Barleben und die Leitungen in der Ortschaft selbst.

14 Kilometer Tiefbauarbeiten

„Wir freuen uns, dass es endlich so weit ist. Wir sind stolz darauf, die ersten zu sein“, erzählt Karola Buro. Ihr Mann und sie seien zwar mit dem Internet nicht so bewandert wie die Jugend. „Aber wir schauen uns auch Filme an. Ständig bleiben die aber stehen“, berichtet die Gattin von den Problemen mit ihrer aktuellen Internetverbindung. Bereits vor zweieinhalb Jahren habe sich das Paar für einen Anschluss an das kommunale Breitbandnetz registriert. „Dass nun endlich mit dem Bau begonnen wird, ist auch eine Wertschätzung derjenigen, die sich vor geraumer Zeit angemeldet haben“, sagt Karola Buro weiter.

„Meitzendorf hat bisher die schlechteste Internetverbindung in der Gemeinde. Deshalb beginnen wir hier mit dem Ausbau unseres eigenen Netzes“, erklärt unter dessen Barlebens Bürgermeister Frank Nase (CDU). Ob Filme und TV-Sender über das Internet streamen, Homeoffice, Videokonferenzen oder Schul-IT: Um künftig an Informationen mit hohem Datenvolumen zu kommen, sei ein Breitbandanschluss schon heute unerlässlich.

Die erforderliche Quote von 47 Prozent sei hier frühzeitig erreicht worden. Jedoch hätten andere Ortschaften dafür länger gebraucht, was zur Verzögerung beigetragen habe. „Bei uns hat es zwar etwas länger gedauert. Doch wir sind jetzt so gut vorbereitet, dass wir vielleicht am Ende schneller sein werden als andere Gemeinden und diese überholen.“ So seien die Probleme in Orten abgeschaut worden, „damit sie sich in Barleben nicht wiederholen“.

Großes Projekt

Während Ortsbürgermeister Peter Hiller sich für seine Einwohner freut, dass es endlich losgeht, hob Petra Naumann vom Bauamt des Landkreises die Bedeutung der Arbeitsgemeinschaft Breitband (Arge) hervor. So handele es sich beim Breitbandausbau um eines der größten Investitionsprojekte im Landkreis. Bereits vor drei Jahren hatte der Kreistag eine Zweckvereinbarung zwischen dem Landkreis und den acht in der Arge beteiligten Verbands- und Einheitsgemeinden beschlossen. Vom Bund hatte die Arge im Jahr 2017 eine Förderung von mehr als 95 Millionen Euro erhalten.

Auch Holger Haupt, Projektleiter der „Arge Breitband“, geht davon aus, „dass Barleben andere Gemeinden überholen und nicht die letzte sein wird, obwohl hier spät angefangen wurde“. Seinen Worten zufolge sollen zunächst die sogenannten weißen Flecken in Barleben und den Ortschaften mit Breitband versorgt werden, also jene Gebiete, in denen ein maximales Datenvolumen von unter 30 Megabit pro Sekunde (Mbit) anliegt. Bis Anfang 2022 sollen die Arbeiten beendet sein. In einer zweiten Ausbaustufe sollen dann die grauen Flecken ausgebaut werden. Das sind jene Gebiete, in denen offiziell mehr als 30 Mbit pro Hausanschluss anliegen, real aber weniger ankommt. „Bis zum Jahr 2025 soll die gesamt Arge unter Glas stehen“, stellt Haupt in Aussicht. Der Ausbau werde sowohl kommunal als auch privatwirtschaftlich weiter vorangetrieben.

„Das ist einer der schönsten Spatenstiche, die ich bisher erleben dürfte. Schließlich sind wir hier an einer echten Baustelle direkt an einem Haus“, sagt Matthias Pohler von TKI. Sein Unternehmen plant den Netzausbau in Barleben. 14 Kilometer Tiefbau stünden in den kommenden Monaten allein in Meitzendorf an. „Spätestens im Mai oder Juni 2021 werden wir hier durch sein“, verspricht Pohler. Ab März sollen die Bauarbeiten in Barleben Nord und Barleben Mitte beginnen. Am Ende würden rund 90 Kilometer Trasse gebaut und etwa 3800 Wohneinheiten in rund 2500 Häusern mit einem Anschluss versorgt sein. „Ich bin mir sicher, dass es zügig vorangehen wird und wir andere Gebiete einholen“, erklärt Matthias Pohler weiter.

In Barleben geht es im Frühjahr 2021 los

Rainer Piroth, Mitglied der Geschäftsleitung der DNS:Net, erinnerte an die Vertragsunterzeichnung vor nunmehr drei Jahren. So war mit seinem Unternehmen ein Konzessionspartner gefunden worden. Unter Federführung des Landkreises wird das Glasfasernetz zwar gebaut, DNS:NET wird das Netz betreiben. „Ich kann die Einwohner nur beglückwünschen. Wer die Chance auf einen kostenlosen Breitbandanschluss nicht nutzt, ist selbst dran schuld“, betonte Piroth.

Der Ausbau des Barleber Glasfasernetzes wird in drei Stufen erfolgen. In der ersten Stufe wird Meitzendorf komplett ausgebaut sowie der nördliche und mittlere Teil Barlebens. Begonnen wird zunächst mit den Hausanschlüssen. Dann folgen die Erdarbeiten, um die Leerrohre zu verlegen. Anschließend werden die Glasfaserkabel eingeblasen. In Barleben Nord sollen die Arbeiten von März bis September 2021 laufen, im Wohngebiet Backhausbreite in der Mitte Barlebens von Mai bis September 2021.

Die Errichtung eines Breitbandnetzes stellt sich in Ebendorf etwas umfangreicher dar. Denn neben der Gemeinde mit DNS:Net an ihrer Seite sind weitere Anbieter aktiv, die ebenfalls die Hauseigentümer mit Anschlüssen teils bis ins eigene Haus versorgen. So wird das Wohngebiet Mühlenfeld von MDDSL erschlossen.