Wolmirstedt l Die Platznot in der Gutenberg-Schule nervt. Noch mehr aber nervt Schulleiter, Lehrer, Schüler und Eltern, dass seit Jahren keine Lösung in Sicht ist. Ideen, um mehr Räume zu schaffen, gab es genug. Anbauen, Umbauen, Schulen tauschen, Container aufstellen... es wurde verhandelt, geredet, sogar Kosten geschätzt, passiert ist nichts. Nun steht ein neuer Vorschlag im Raum und es sieht so aus, als könnte damit der gordische Knoten durchschlagen werden. Die Schwimmbadstraße 2b soll zum Schulhaus umgebaut werden.

Das Gebäude gehört dem Landkreis und steht derzeit leer. Zuletzt wurde es als Flüchtlingsunterkunft genutzt, davor unter anderem von der Musikschule. Nun soll daraus also ein weiteres Schulhaus werden. Die Chancen stehen offenbar gut, dass diesmal nicht nur geredet, sondern tatsächlich gehandelt wird. Schritt Nummer eins wird getan.

„Der Landkreis gibt eine Machbarkeitsstudie in Auftrag“, sagt Landrat Martin Stichnoth (CDU), „die Ergebnisse sollen Ende Februar, Anfang März vorliegen.“

Bilder

Martin Stichnoth war bis September Bürgermeister von Wolmirstedt und somit der „Oberchef“ der Grundschule sowie des Schulhauses. In diesem Haus arbeitet aber auch die Gemeinschaftsschule, deren Träger der Landkreis ist. Mit dem Amtsantritt als Landrat hat Martin Stichnoth quasi die Seiten gewechselt, ist jetzt „Oberchef“ der Gemeinschaftsschule aber nicht mehr des Hauses. Das gehört bekanntlich der Stadt.

„Eigentlich war der Schultausch meine Lieblingsvariante“, sagt er. Dabei sollte die Stadt die ehemalige Harnisch-Schule für ihre Grundschüler bekommen, der Landkreis die Gutenbergschule für die Gemeinschaftsschüler. Stadt und Landkreis konnten sich jedoch nicht auf einen Wertausgleich einigen. Deshalb wird nun der neue Kurs eingeschlagen.

Weitere Lösung erarbeiten

„Der Umbau der Schwimmbadstraße 2b ist jetzt der Favorit, weil wir als Landkreis und Eigentümer des Hauses die Dinge steuern können“, sagt Martin Stichnoth. Dabei will der Landkreis weiterhin gemeinsam mit der Stadt an dieser Lösung arbeiten.

Gemeinschaftsschulleiter Helmut Thiel kann sich mit der Schulerweiterung in die Schwimmbadstraße 2b hinein gut anfreunden. „Dort kann wirklich etwas Modernes entstehen.“ Er setzt vor allem auf genügend Lernräume, die das Schulkonzept der Gutenberg-Schule lebendig machen.

Das Konzept schätzen viele, auch die Elternvertreterinnen Kristin Müller und Jana Rühle. Sie haben selbst erlebt, wie sich ihre Kinder in der Schule zu selbstbewussten Teamplayern entwickeln. Verantwortlich dafür ist die Gruppenarbeit, die selbstständiges Lernen und Zusammenarbeit erfordert. Von ihren Söhnen wissen sie aber auch: „Wenn viele Gruppen in einem Raum arbeiten, ist es laut.“ Auch wenn es eine produktive Lautstärke ist. Die Elternvertreterinnen fordern eine nachhaltige Raumlösung.

Bisher wird die Harnisch-Schule als Außenstelle genutzt, doch diese Übergangslösung läuft 2019 aus. „Wir wollen nicht von Übergangslösung zu Übergangslösung stolpern“, sagen sie, „wenn der Zuspruch für diese Schule so stark ist, muss gehandelt werden.“

Im Sommer beginnt erstmals die Abiturstufe, es liegen schon über 50 Anmeldungen vor. Außerdem läuft 2019 die Ausnahmegenehmigung für die Außenstelle der Harnisch-Schule aus. Containerklassenräume als Zwischenlösung möchte Martin Stichnoth vermeiden. „Warum sollen wir Steuergeld investieren, wenn eine endgültige Lösung absehbar ist?“ Auch deshalb wird nun mit Hochdruck gearbeitet.