Barleben l Smartboards, Beamer, Tablets und Computer gehören mittlerweile zur Grundausstattung an vielen Schulen Sachsen-Anhalts. Die Gemeinde Barleben, einst Vorreiter in Sachen digitale Schule, hat mit veralteten Systemen zu kämpfen. Bereits im Jahr 2016 waren Erneuerungen der IT geplant – seither kämpft die Gemeinde um Fördermittel.

Und diese hatte sie bereits erfolgreich zugesagt bekommen. Im Rahmen eines Förderprojektes erhielt die Gemeinde für die Grund- und Gemeinschaftsschule knapp 112.000 Euro. Ein Eigenanteil von knapp 37.000 wäre nötig gewesen, um das Mammutprojekt umzusetzen. Dieses Geld war im Haushaltsplan für 2018 bereits eingestellt. Doch zwei Hürden sorgten dafür, dass die Umrüstung nicht starten konnte.

Viel Zeit und Geld

Zum einen hat nur eine der beiden Schulen, die Gemeinschaftsschule, den Zuschlag erhalten. Die Grundschule erhielt keine Zuwendung. Das Problem: Die Schulen nutzen ein gemeinsames Netz. Die Fördermittel-Auflagen geben jedoch vor, dass die neue digitale Struktur in keinem Fall durch die Grundschule mitgenutzt werden darf. Es müssten also zwei völlig separate Netze aufgebaut werden – das kostet viel Geld und vor allem Zeit.

Der Gemeinderat entschied letzte Woche, die Schul-IT trotzdem schnellstmöglich zu realisieren – und zwar mit den angestrebten Fördermitteln. „Der Gemeinderat hat sich mit dem ‚Nein‘ des Fördermittelgebers nicht zufrieden gegeben“, sagt Gemeindebürgermeister Frank Nase. „Wir können die Systeme der Schulen nicht voneinander trennen.“ Nun will die Gemeinde erneut das Gespräch mit dem Fördermittelgeber suchen, um eine Lösung zu finden.

Fördermittelvergabe angezweifelt

Das zweite Problem: Die Fördermittelvergabe wurde vom Ministerium für Finanzen angezweifelt. Daraufhin mussten die Ausschreibungsunterlagen durch einen externen Prüfer unter die Lupe genommen werden. Das Ergebnis steht weiterhin aus. Die Gemeinde Barleben entschied sich zuerst, das Ergebnis der Prüfung abzuwarten, da ein Risiko bestand, dass die Fördermittel zurückgegeben werden müssen. Nun hat sich der Gemeinderat in der vergangenen Woche trotz des bestehenden Risikos umentschieden.

Für das Haushaltsjahr 2018 hat die Gemeinde nun 63.000 Euro für die Ausrüstung eingestellt, um das veraltete Material zu erneuern. Dazu zählen die Netzwerkinfrastrukturen sowie Laptop-Klassensätze. Für das Jahr 2019 sind 96 000 Euro eingeplant. Dann soll auch Lehr- und Lernsoftware angeschafft werden. Dieses Geld kann jedoch nur abgerufen werden, wenn der Fördermittelbescheid positiv ist.

Gute Wlan-Infrastruktur geplant

Die Pläne für die Umrüstung der digitalen Ausstattung hatte der Gemeinderat bereits im Jahr 2016 beschlossen. Grund war eine Forderung des Landesschulamtes, dass nach der Zusammenlegung der Schulen im Jahr 2015 eine adäquate WLan-Infrastruktur sowie dazugehörige Geräte angeschafft werden sollen.