Hermsdorf l Bereits um 10 Uhr fanden sich erste Neugierige auf dem Gelände der Hermsdorfer Wehr ein. Dort wurden sie von Ortswehrleiter André Liese begrüßt. „Wir fahren unsere Technik auf, wobei wir von den Wehren aus Gersdorf, Groß Santersleben und Hohenwarsleben unterstützt werden.“

Hohenwarsleben war mit dem neuen Einsatzleitfahrzeug der Gemeinde vor Ort, Volker Kramer, Mitglied der Gemeindewehrleitung und der Groß Santersleber Wehr, stellte die Funktionsweise einer Brandmeldeanlage vor. Marcel Hartmann, Zugführer der Hermsdorfer Wehr, schulte interessierte Bürger im Umgang mit dem Feuerlöscher.

„Mit unserer Aktion stellen wir uns der Öffentlichkeit vor und bieten den Bürgern einen Blick hinter die Kulissen. Auf diese Weise zeigen wir ihnen, dass sie sich im Ort sicher fühlen können. Zudem wollen wir mit dieser Aktion den Nachwuchs beeindrucken und ihn für die Feuerwehr begeistern“, erläutert André Liese. Feuerwehren sind Tag und Nacht einsatzbereit, um in Notfällen schnell und kompetent zu helfen, Schäden bei drohenden Gefahren für Leben, Gesundheit, Umwelt oder Sachen abzuwenden. Sie leisten Hilfe bei Bränden, Unfällen aller Art, Naturereignissen wie Unwetter und beseitigen Umweltgefahren. „Die Kameraden unserer Freiwilligen Feuerwehr widmen sich dem Bevölkerungsschutz der Gemeinde Hermsdorf und Umland“, erläutert Liese.

Die aktive Mannschaftsstärke besteht zur Zeit aus sechs Kameradinnen und 26 Kameraden. „Damit sind wir recht ordentlich aufgestellt“, verrät der Hermsdorfer Ortswehrleiter. Auch die Jugendarbeit sei ein wichtiges Thema. „Nachwuchsgewinnung und -förderung ist für unsere Wehr wichtig. Schließlich wollen wir uns auch künftig gut aufgestellt wissen“, machte Jugendwartin Michaela Liese deutlich. Im Moment zählt die Jugendfeuerwehr sieben Mitglieder, acht sind es in der Kinderfeuerwehr. Zuwächse seien jederzeit willkommen, so die Jugendwartin.

Simulierter Unfall

Spannender Moment war die Demonstration eines simulierten Verkehrsunfalls, bei dem Schere und Spreizer zum Einsatz kamen. Um auch die körperliche Belastung während des Einsatzes zu untermauern, wurden Freiwillige zum Mitmachen gewonnen. Diese zerlegten mit den genannten Gerätschaften das Auto, um einen eingeklemmten Fahrer zu befreien. „Das war tatsächlich ein schweres Stück Arbeit“, zeigte sich Lea Blumberg von der Jugendfeuerwehr Gersdorf beeindruckt. Schließlich ist die Blechschere nicht unbedingt ein leichtes Hilfsmittel. Das Abtrennen des Daches, um an ein potenzielles Unfallopfer heranzukommen, nimmt nämlich einige Zeit in Anspruch. Ihr zur Seite stand Feuerwehrmann Sebastian Kühne. Das junge Mädchen erlebte, selbstverständlich in vorgeschriebener Kleiderordnung angetreten, wie anstrengend und kräftezehrend ein Einsatz sein kann. Es war mehr als nur eine Schweißperle, die sie sich nach getaner Arbeit von der Stirn wischte.

Natürlich haben die Kameraden zum Tag der offenen Tür auch an den Nachwuchs gedacht: Es wurde ein „Brandhaus“ aufgestellt und dort mit einer Kübelspritze ein simulierter Brand bekämpft. Hüpfburg, Bastelstraße, Tischkicker und das Feuerwehrquiz sorgten für großen Spaß. Mit Helium gefüllte Luftballons wurden auf eine hoffentlich weite Reise geschickt. Und bestens versorgt wurden die kleinen und großen Gäste auch. Diese ließen sich Kaffee und Kuchen, Leckeres vom Grill und Kesselgulasch schmecken. Das gemütliche Beisammensein klang in den späten Abendstunden bei Musik und Tanz aus.

„Mehrere hundert Besucher sind unserer Einladung gefolgt. Gewiss hat der Tag der offenen Tür bei den Gästen für ein klareres Bild – die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehren betreffend – sorgen können“, zeigten sich die Veranstalter sehr zufrieden.