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OrgelschatzGutenswegen: Wird einzigartige Orgel wieder klingen?

1764 von Orgelbauer Johann-David Tiensch erbaut, besteht die Gutensweger Orgel heute nur noch aus Einzelteilen. Doch das soll sich ändern.

Von Sebastian Pötzsch 03.10.2023, 14:30
Vor rund sechs Wochen kehrte die Gutensweger Orgel in ihre Heimat zurück – in Einzelteilen.
Vor rund sechs Wochen kehrte die Gutensweger Orgel in ihre Heimat zurück – in Einzelteilen. Foto: Sebastian Pötzsch

Gutenswegen - Die Königin der Instrumente steht im Mittelpunkt eines Informationsabends am Freitag, 6. Oktober, in Gutenswegen. Ab 17 Uhr wird Kreiskantorin Stefanie Schneider in der Kirche „Sankt Katharina“ einen Vortrag über den Orgelbau halten und erklären, wie sie überhaupt funktioniert. Zu dem Vortrag laden der Kirchenförderverein sowie der Gemeindekirchenrat ein.

Hintergrund ist die Rückkehr der Gutensweger Orgel. Erbaut wurde das Instrument von Johann-David Tiensch im Jahr 1764. Der Meister seines Faches entstammte einer Orgelbau-Dynastie und wurde am 17. Oktober 1732 in Eilsleben als Sohn von Johann-David Tiensch geboren. Ihre Vorfahren prägten bereits seit Mitte des 17. Jahrhunderts den Landorgelbau im Saalkreisgebiet rund um Halle.

Die Gutensweger Orgel hatte Johann-David Tiensch der Jüngere im Jahr 1764 eigentlich für die Hundisburger Kirche gebaut. Im Jahr 1835 wurde sie nach Gutenswegen verkauft. Am 13. November 1972 hatte jedoch ein Sturm Teile des Daches der Kirche zerstört. Seither war Wasser eingedrungen und zerstörte, was immer mit ihm in Berührung kam.

Verein und Kirchengemeinde wollen Orgel wieder klingen lassen

Teile der Orgel konnten gerettet werden, deren Reste zerlegt zunächst in Hillersleben eingelagert wurden. Im Jahr 1987 wurde das Holz durch Begasung von Holzwurm befreit und fristete seither ein kaum beachtetes Dasein – bis die Hundisburger Kirchengemeinde um die Auslagerung der Gutensweger Orgel bat.

Der „Wohnstube“ der Orgel erging es derweil noch schlechter. Weil in den 1970er und 1980 Jahren die Gutensweger Kirche nur stiefmütterlich behandelt und die Sturmschäden nicht beseitigt wurden, brach im Januar 1994 das stark von Nässe geschädigte Dachgebälk zusammen. Inzwischen wurde die Kirche zum Großteil wieder hergestellt.

Mit der Sicherung war es nun möglich, den Bitten aus Hundisburg zu entsprechen und die Orgel zurück nach Gutenswegen zu holen. Dass sie wieder erklingt, ist der große Traum von Verein und Kirchgemeinde. Doch dafür ist noch viel zu tun – und eine Menge an Spendengeldern zu sammeln. Mit der Veranstaltung am 6. Oktober soll ein Anfang gemacht werden.