Tourismus

In Rogätz haben Gäste mit dem Floß angelegt

Besonderen Besuch konnte Margitta Häusler am Rogätzer Elbufer in Empfang nehmen.

Das Floß von Thomas Junik und seiner Besatzung legte am Rogätzer Elbufer an. Im Klutturm konnten sie sich die neue Ausstellung über die Flößerei auf der Elbe ansehen.
Das Floß von Thomas Junik und seiner Besatzung legte am Rogätzer Elbufer an. Im Klutturm konnten sie sich die neue Ausstellung über die Flößerei auf der Elbe ansehen. Foto: Margitta Häusler

Rogätz - Hendrik Reppin

Besonderen Besuch konnte Margitta Häusler am Rogätzer Elbufer in Empfang nehmen. Hobby-Flößer hatten unter Leitung von Thomas Junik am Ufer unterhalb der einstigen Burganlage festgemacht. Wie die Vorsitzende des Vereins der Heimat- und Kulturfreunde Rogätz mitteilte, hätte die Besatzung des Floßes hier angelegt, um neuen Proviant an Bord zu nehmen und den Klutturm zu besteigen. Im Erdgeschoss wartete jedoch etwas hochinteressantes auf die Floßfahrer.

Floßfahrer begeistert von neuer Ausstellung

„Hier ist gerade eine Ausstellung über Flößerei mit einem großen Floßmodell zu sehen“, erklärte Margitta Häusler. Das habe die Mannschaft sehr begeistert, die in den nächsten Tagen noch bis Lauenburg schippern will. Der 55-jährige Thomas Junik, der schon mit seinem fünften Floß auf Tour ist,  habe schon Erfahrungen mit dem Flößen auf einem russischen Fluss hinter dem Ural gesammelt. Der Elektriker breche alljährlich zu solchen Erlebnistouren auf und sei schon mit dem Fahrrad bis zum Nordkap geradelt.

Die Rogätzer Heimat- und Kulturfreunde hatten bei ihrer Heimatforschung herausgefunden, dass das Befahren der Elbe mit Flößen ihre Blütezeit im 18. Jahrhundert hatte. Die Nachfrage nach Holz sei zu dieser Zeit enorm groß gewesen. Auf Flößen seien Baumstämme flussabwärts bis nach Rogätz gebracht worden. Das Holz sei damals aus Sachsen, manchmal sogar aus Böhmen, gekommen. Laut einer Chronik soll das Hochwinden der Holzstämme aus der Elbe in den Sommermonaten bis in den Herbst hinein angedauert haben. „In unmittelbarer Nähe zur Elbe gab es in Rogätz eine sogenannte Schneidmühle“, erklärte Margitta Häusler. Hier sei das Holz gleich zu Brettern verarbeitet worden. Und auch Rogätz konnte Holz gut gebrauchen. Im Ort seien aus den Brettern Holzkisten gebaut worden. Die seien von den Obstbauern dringend gebraucht worden, davon habe es in Rogätz eine Menge gegeben.