Straße

Kommt mit dem neuen Stadion in Wolmirstedt die neue Straße?

Das neue Stadion soll in der Samsweger Straße hinter der Streuobstwiese entstehen. Diese Gelegenheit will die CDU-Fraktion des Stadtrates nutzen, über eine neue Straßenführung nachzudenken.

Von Gudrun Billowie
Der Verkehr zum Gymnasium und der Gutenberg-Schule soll von der Samsweger Straße aus erfolgen.
Der Verkehr zum Gymnasium und der Gutenberg-Schule soll von der Samsweger Straße aus erfolgen. Foto: Gudrun Billowie

Wolmirstedt - Kurz bevor morgens die Schule losgeht, drängen Autos, Busse, Fahrräder und Fußgänger in die Schwimmbadstraße. Der Weg führt einerseits zum Kurfürst-Joachim-Friedrich-Gymnasium, andererseits zu den Gutenberg-Schulen, der Grundschule und der Gemeinschaftsschule. In Schulnähe parken, halten oder wenden Autos, dazwischen fahren Busse, Radfahrer suchen sich ihren Weg. Kinder, die zu Fuß unterwegs sind, müssen außerordentlich aufmerksam sein. Zum Schulschluss um die Mittagszeit bietet sich ein ähnliches Bild. Das Problem ist: Die Straße ist eine Sackgasse. Jeder, der dort hineingefahren ist, muss auf dem selben Weg wieder hinaus.

Nun soll das neue Stadion westlich der Schulen gebaut werden, hinter der Streuobstwiese entstehen. Schon lange gären Pläne, mit einem Stadionneubau eine neue Straße zu etablieren. Nun will die CDU im Bauausschuss beantragen, die Stadt möge sich mit einem Verkehrskonzept beschäftigen. Vorerst haben sie selbst einen Plan vorgelegt.

Fahrbahnen für Autos und Fahrräder

Der sieht vor, den bereits vorhandenen Landwirtschaftsweg auszubauen (Siehe Grafik). Sowohl Autos, als auch Fahrräder sollen jeweils eigene Fahrbahnen bekommen.

Der Landwirtschaftsweg darf von der Öffentlichkeit als Straße nicht genutzt werden, lediglich Fahrradfahrer sind geduldet. Wer diesen Weg letztlich zur Straße umbauen kann, muss noch geklärt werden.

Dennoch: Die Idee ploppt schon seit einiger Zeit in öffentlichen Debatten immer wieder auf, denn diese Streckenführung könnte den innerörtlichen Verkehr wesentlich entlasten. Ein Knotenpunkt Knotenpunkt liegt an den Schulen, ein weiterer an der Kreuzung zwischen Geschwister-Scholl-Straße und Schwimmbadstraße.

Dort wurde schon lange ein Kreisverkehr gefordert, die Forderung jedoch abgelehnt. Stattdessen hatten Verkehrshelfer jahrelang ein Auge auf die Schulkinder, doch diese Helfer haben ihre Arbeit eingestellt.

Nun regt die CDU-Fraktion um Vorsitzenden Uwe Claus an, das Durcheinander auf der Straße mit der neuen Straßenführung im Zuge des Stadionneubaus zu entzerren. Im Konzept werden sogenannte Kiss&Ride-Zonen gefordert, Abschiedsküsschen und Fahren. Kiss&Ride steht für die Idee, dass Kinder in bestimmten Bereichen gefahrlos aussteigen und die Eltern ohne umständliche Wendemanöver weiterfahren können.

Kiss&Ride-Zonen zum Aussteigen ohne Gefahr

Marco Langhof, Arbeitgeberpräsident in Sachsen-Anhalt und Vorsitzender der Wolmirstedter CDU-Ortsgruppe, macht außerdem deutlich: „Durch eine geänderte Verkehrsführung ließe sich der Anfahrtsweg und somit der Kohlendioxidausstoß verringern.“ Auch die Belastung durch Abgase und Feinstaub könnte ein Stück weit aus der Stadt herausgehalten werden.

In der Tat befährt eine erhebliche Anzahl Fahrzeuge die Schwimmbadstraße. Die Zahlen liegen vor, weil im März im Zuge einer Technologieerprobung für ein Smart-City-Projekt mit Hilfe von Radar-Sensorik an der DRK Rettungswach e der Verkehr gezählt wurde.

In der Zeit vom 6. bis zum 13. März diesen Jahren, außerhalb eines Corona-Lockdowns, wurden in der gesamten Arbeitswoche 5831 Fahrzeuge aus Richtung Gymnasium auf die Geschwister-Scholl-Straße registriert. Damit ist davon auszugehen, dass der Großteil dieser Fahrzeuge zuvor in die Schwimmbadstraße hineingefahren ist. Das ergibt also für beide Richtungen rund 11500 Fahrzeugbewegungen in der Woche, rund 2300 Fahrzeugbewegungen täglich.

Der CDU-Antrag wird im Bauausschuss behandelt. Der tagt am 22. Juni um 18 Uhr in der Halle der Freundschaft.