Irxleben l Nach dem ersten Jahr des Bestehens kann die Interessengemeinschaft Geschichte und Tradition Irxleben nach Aussage von Reinhild Besecke eine erste erfolgreiche Bilanz ziehen. Um alte Bräuche und Traditionen zu beleben und an die Geschichte ihres Heimatdorfes zu erinnern, haben sich im Februar des vergangenen Jahres einige Irxleber zusammengefunden und die Interessengemeinschaft gegründet.

„Wir versuchen, unsere Geschichte zu bewahren und weiterzugeben“, erklärt Reinhild Besecke. Zur Geschichte gehören für die Mitglieder auch alte Volkslieder, die bei den Zusammenkünften immer wieder gern gesungen werden, obwohl nicht alle textsicher sind.

Nach den Premieren des „Osterwasserholens“ und des Aufstellens der „Maien“ zu Pfingsten im vergangenen Jahr sollen sich diese Bräuche auch in diesem Jahr im Terminkalender wiederfinden. Gut an kamen auch die Feier zur Sommersonnenwende, die im Juni des Vorjahres auf einem Bauernhof gefeiert wurde, sowie die Erntefeier nach historischer Vorlage, bei der junge Leute und ein Pferdegespann mit der Erntekrone durch das Dorf zogen. Beide Feste fanden unter großer Beteiligung der Dorfbevölkerung statt.

Freude und Spaß hatten alle Beteiligten auch bei der Flurbegehung an der alten Lüneburger Heerstraße. Nachdem sie sich dort auf die Suche nach dem Standort der alten Kapelle am Papenhoch begeben hatten, wurde auf dem Kreuzberg über den Verlauf des slawischen Pilgerweges nach Wanzleben, die Lage des Dorfes Krewitz als auch über die alten Steingräber der germanischen Vorfahren am Kreuzberg gesprochen.

Ehrung von Hermann Krull

Mit Unterstützung der Verwaltung der Gemeinde Hohe Börde gelang es der Interessengemeinschaft, den Irxleber Dorfhistoriker Hermann Krull zu ehren und seinen Grabstein auf den Irxleber Kirchplatz umzulegen. Ebenso wurde eine Erinnerung an den zweiten Friedhof von Irxleben an dessen alten Platz positioniert, wie Reinhild Besecke sagt.

Mit einem Vortrag zu „Geschichte und Geschichten“ von Irxleben im November und einem Nachtwächterrundgang mit dem Nachtwächter Wilhelm und anschließendem Adventssingen im Dezember neigte sich das Jahr dem Ende entgegen, für die Mitglieder war das Veranstaltungsjahr allerdings erst nach einer Wintersonnenwendfeier am 22. Dezember abgeschlossen.

Doch eines bedrückt die Mitglieder der Interessengemeinschaft Geschichte und Tradition Irxleben noch nach einem Jahr eigener Geschichte. Es ist nicht gelungen, einen Raum zu finden, in dem die Tätigkeit der Interessengemeinschaft umgesetzt werden könnte. Die erhoffte Unterstützung der Gemeinde wird von den Mitgliedern vermisst. Dem entgegen steht ein großes Interesse von Leuten, die gern in der Interessengemeinschaft mitarbeiten würden. „Ein eigener Raum würde diese Zusammenarbeit erleichtern“, so Reinhild Besecke.

Erste Veranstaltungsideen für das laufende Jahr stehen bereits zu Buche. Demnach soll der Höhepunkt eine Bördehochzeit nach historischen Muster im Herbst sein. Neben der Sommersonnwendfeier soll nach Reinhild Beseckes Aussage einem Jubiläum in Irxleben gedacht werden. Eine Tanzveranstaltung mit Frühschoppen im Frühling und Veranstaltungen, zu denen unsere Plattsprecher eingeladen werden, sind ebenso geplant. Auch Nachtwächter Wilhelm soll seinen Rundgang fortsetzen.

Der Reigen der Vorträge zur Irxleber Ortsgeschichte wird schon in wenigen Tagen eröffnet. Am Mittwoch, 14. Februar, geht es ab 18 Uhr im Gemeindehaus in der Helmstedter Straße 21 um „Das heilende Wasser der Staucke – alte Bräuche und andere Merkwürdigkeiten“. Interessierte Gäste sind willkommen.