Wolmirstedt l „Er hat ein Stück Wolmirstedter Kulturgeschichte mitgeschrieben und ist vielen Mitbürgern in guter Erinnerung“, sagte Alfred Wiese, der zusammen mit Renate Seidel und Otto Zeitke die Idee zu der Ehrung des Wolmirstedter Urgesteins hatte.

Maler vor drei Jahren verstorben

Joachim Marmodée, Jahrgang 1926 geboren, verheiratet, 2 Söhne, hatte als Werbemaler in der Deko-Abteilung der HO, beim Kreislichtspielbetrieb, dem Konsum und im Kreiskulturhaus gearbeitet. Zuletzt war er Schriftmaler in der PGH “Drei Schilde”. Schon in jungen Jahren begann er, in seiner Freizeit Bilder zu malen, bildete sich ständig künstlerisch weiter und gründete in der Ohrestadt den Zirkel “Bildende Kunst”. Er gehörte auch zu den Aktiven bei großen Stadtfesten, zuletzt unterstützte er die 1000-Jahr-Feier.

Renate Seidel erinnerte sich in ihrer Laudatio an ihre erste Begegnung mit ihm. Das war im Kreiskulturhaus, also exakt da, wo heute die Kreissparkasse steht und die sehr gut besuchte Vernissage gefeiert wurde. Einige seiner Malerutensilien, die er fast immer bei sich trug, hatte sie symbolisch neben sich aufgebaut. Joachim Marmodée, den alle Jochen nannten, wurde einer der Lehrer, unter dessen Anleitung Renate Seidel ihre Malerei perfektioniert hat. „Er hat mir die verschiedenen Techniken wie Aquarell oder die Gouache-Arbeit nahe gebracht und meinen Blick geschärft“, erzählte sie. Für die Ausstellung hat Renate Seidel aus dem Nachlass des Künstlers Bilder ausgewählt, die seine Vielfältigkeit zeigen. „Ich war sehr erstaunt, wie groß sein Werk ist, das er seiner Familie hinterlassen hat.“

Bilder

Bilder zeigen Heimatgeschichte

Zu sehen sind Bilder, die auch ein Stück Heimatgeschichte dokumentieren. So sind Stadtansichten festgehalten, die es so nicht mehr gibt beispielsweise die alte Lederfabrik, die längst aus dem Stadtbild verschwunden ist. Marmodée hat gern in der Natur gemalt, Motive fand er in seiner Heimatstadt oder bei seinen Reisen in die Berge oder am Meer. Aber auch Stillleben oder Porträts, darunter ein Selbstbildnis, sowie Aktbilder sind von ihm zu sehen.

Wie viele Bilder er in seinem Leben gemalt hat, kann niemand schätzen. Sein Sohn Dr. Rombertus Marmodée schätzt, dass sich im Besitz der Familie etwa 100 befinden. Verkauft habe er keines seiner Bilder, aber einige seiner schönsten Werke wie das Küchenhorn-Ölbild oder die Ansichten von Elbeu an Freunde verschenkt. Die wurden von den Besitzern als Leihgaben für die Ausstellung zur Verfügung gestellt.. Das Lieblingsbild seiner Söhne ist der Linolschnitt „Menschenpaar“, das 1967 entstand und zu den ältesten Bilder der Ausstellung zählt. Ins Auge fallen neben den zarten Aquarellen auch Tusch- und Bleistiftzeichnungen. Seine Söhne haben sein Talent übrigens nicht geerbt, der eine arbeitet als Koch und der andere betreibt ein Umweltlabor.

Renate Seidel bedankte sich bei allen, die die Ausstellung unterstützt haben wie die Kreissparkasse, die Stadtverwaltung oder die AWG. Die Vernissage wurde musikalisch begleitet von Helene Müller am Klavier und Paul Winkler (Gesang). Die jungen Leute treten erst seit einigen Wochen zusammen auf und zeigten bereits ein beachtliches Können.