Eichenbarleben l So mancher Feuerwehrkamerad und manche -kameradin schlafen seit einigen Nächten etwas unruhiger. Das erklärt Marcel Wischeropp als stellvertretender Ortswehrleiter der Eichenbarleber Ortsfeuerwehr, nachdem im Ort seit Mitte Dezember mehrere Brände an Mülltonnen und Altkleidercontainern festgestellt und gelöscht werden mussten. Eichenbarlebens Ortswehrleiter Marko Glufke sagt zwar, dass die Feuerwehrkameraden nicht jedes Mal zum Einsatz kamen, aber es hätte schlimmer kommen können. Möglich ist nach Einschätzung der örtlichen Feuerwehr, dass alle Ereignisse in Zusammenhang stehen könnten und ein (oder mehrere) Brandstifter sein Unwesen treibt.

Umsichtiges Verhalten verhinderte Schlimmeres

So auch in der Nacht vom 2. zum 3. Januar, als kurz nach Mitternacht vor einem Wohnblock an der Schackensleber Straße eine Mülltonne brannte. Glücklicherweise hatte eine Anwohnerin, die gerade nach Hause gekommen war, den Brandgeruch wahrgenommen und sich umgeschaut. Mit mehreren Eimern Wasser löschte sie den Brand. „Wie schnell hätte der Lamellenzaun, der als Umfriedung dient, anfangen können zu brennen und auch eine Hecke war nur etwa einen Meter entfernt, die Hauswand und Autos nur eineinhalb Meter“, gibt Marcel Wischeropp den Ernst der Lage zu bedenken.

Erst einen Tag zuvor, nämlich als die Eichenbarleber Feuerwehrleute wie viele andere Feuerwehren der Hohen Börde zum Scheunenbrand nach Rottmersleben ausgerückt waren, hatten im Gerätehaus zurückgebliebene Kameraden Brandspuren am geschmückten Weihnachtsbaum vor der Fahrzeughalle entdeckt. Angekokeltes Papier wurde sichergestellt. Letztlich war es auch hier wohl Glück, dass der Weihnachtsbaum nicht Feuer fing.

In der Silvesternacht ließen die Feuerwehrkameraden keine Sektkorken zum Jahreswechsel knallen, sondern standen mit ihrer Technik an einem brennenden Kleidercontainer nahe des örtlichen Supermarktes, um die Flammen zu löschen und Schlimmeres zu verhindern. Die Sirene heulte in Eichenbarleben und Mammendorf um 23.49 Uhr. Der Gedanke an Brandstiftung lag hier bereits nah, nicht zuletzt, weil erst am 19. Dezember ein Kleidercontainer unweit der Parkstraße in Flammen stand.

Passanten hatten die Einsatzkräfte dabei auf den Brand aufmerksam gemacht, als sie bereits mit dem Löschen eines Mülltonnenbrandes an einem Mehrfamilienhaus an der Parkstraße beschäftigt waren. Da die Mülltonnen hier sehr nah am Haus positioniert waren, hatten die Flammen leichtes Spiel. Wie sich Marko Glufke und Marcel Wischeropp erinnern, hatte die Fassade bereits angefangen zu brennen. „Wenn wir später gekommen wären, hätte es böse ausgehen können“, vermutet Marko Glufke. Die Alarmierung der Feuerwehr erfolgte an dem Sonnabend um 18.37 Uhr. Beide Brandausbruchstellen, die sehr nah beieinander liegen, lassen seitens der Feuerwehrkameraden ebenfalls Schlüsse auf eine Brandstiftung zu.

Feuerwehr und Polizei hoffen auf Aufklärung

Die Häufung von Brandereignissen hat die Feuerwehr veranlasst, auch die Polizei einzuschalten. So ist auch der für die Gemeinde Hohe Börde zuständige Regionalbereichsbeamte Jens Ruhnke über die Vorfälle informiert. Genau wie die Feuerwehrleute bittet er die Eichenbarleber Einwohner um Wachsamkeit. Wer Beobachtungen gemacht hat, sollte sich bei der Polizei im Revier in Haldensleben unter der Telefonnummer 03904/47 80 melden oder kann auch den Regionalbereichsbeamten im Rathaus in Irxleben kontaktieren.

„Vielleicht reicht dem Brandstifter irgendwann eine Mülltonne oder ein Kleidercontainer nicht mehr und wir werden mit schlimmerem Ausmaß konfrontiert“, mutmaßt Marcel Wischeropp, hofft aber, dass die Brandserie bereits zu Ende ist.