Wolmirstedt l Täglich schieben sich große Schiffe am Mittellandkanal in Glindenberg und Elbeu entlang. Ein Volksstimme-Leser stellte sich jedoch die Frage, wie der Pegel aufgrund der Trockenheit des Jahrhundertsommers scheinbar immer gleich bleibt. Das liegt vor allem an der Speisung aus der Elbe, die trotz historischem Tiefststand ihren letzten Tropfen hergeben muss.

Bei 56 Metern über Normalhöhennull liegt der Pegel des Mittellandkanals, wie das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Magdeburg auf Volksstimme-Nachfrage mitteilt. Die absolute Untergrenze liege bei 55,867 Metern. Wird der Wert erreicht, müsste die Wasserstraße für den Verkehr gesperrt werden. Es gibt also nur wenig Spielraum.

Pumpwerke halten den Pegel

„Mit Hilfe der Pumpwerke Niegripp, Rothensee, Niedrigwasserschleuse und Hohenwarthe wird die Einhaltung der Kanalwasserstände gewährleistet“, sagt Johannes Kutscher vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt.

Doch: Die Kanäle werden mit Hilfe von Pumpwerken hauptsächlich aus der Elbe gespeist. Dort ergibt sich durch die verschiedenen Pumpsysteme ein Wasserkreislauf im Kanal, der den Ausgleich der Wasserverluste durch Verdunstung, Versickerung, Schleusenverlustwasser und Wasserentnahmen sicherstellt.

Das Wasser wird auch bei dem historischen Tiefstand aus der Elbe gepumpt – mit Hilfe der Pumpwerke Niegripp und der Niedrigwasserschleuse. „Die Pumpwerke wurden darauf bemessen und gebaut“, sagt Johannes Kutscher.

Am 16. August hatte die Elbe mit 48 Zentimetern den historischen Tiefststand erreicht, wie das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt mitteilte. Damit stand das Elbewasser genau so tief wie im Jahr 1934. Der Wasserstand beeinträchtigte wochenlang die Schifffahrt in Sachsen-Anhalt – nicht aber am Mittellandkanal.