Jersleben l Marcel Hauer aus Groß Ammensleben und Bennet Brademann aus Klein Ammensleben unterstützen seit Donnerstag das Team der Rettungsschwimmer am Jersleber See. Die beiden 18-Jährigen verdienen sich mit diesem Job etwas in ihren Ferien dazu.

Eingewiesen worden die beiden Neuen von Linus Wascher aus Magdeburg. Selbst zwar erst 23 Jahre jung, ist er schon seit mehreren Jahren im Job und konnte somit wertvolle Erfahrungen an die anderen weitergeben. Von seiner Arbeit als Rettungsschwimmer profitieren beide Seiten: Der Lehramtsstudent kommt aus einer Familie, in der alle bereits als Rettungsschwimmer tätig waren und unterstützt das Team mit viel Erfahrung.

Einsatz in den Ferien

Er selbst hat den Job im Zuge seiner Ausbildung ergriffen: Für das Fach Sport, dass er an berufsbildenden Schulen unterrichten wird, absolvierte er den Rettungsschwimmerschein. Im Moment schreibt er seine Bachelorarbeit. „Da bleibt mir noch viel Zeit für den Nebenjob übrig“, sagt der 23-Jährige. Für seinen späteren Job werde er die Kenntnisse aus seiner Nebentätigkeit anwenden, „sollte es denn Schwimmunterricht an der Schule geben“, sagt er. Ob er neben dem Masterstudium in Zukunft noch Zeit für das Rettungsschwimmen am Jersleber See findet, müsse er dann sehen.

Auch die Tätigkeit von Marcel Hauer und Bennet Brademann ist ersteinmal auf die Ferienzeit begrenzt. Doch im Moment sind sie Feuer und Flamme. Marcel Hauer ist Schüler am Gymnasium in Haldensleben. „Ich habe den Rettungsschwimmerschein gemacht, weil ich ihn für meine berufliche Laufbahn brauche“, erzählt er. Der junge Mann möchte später bei der Polizei oder der Bundeswehr arbeiten. Für Bennet Brademann, der über seine Cousins zu dem Ferienjob gekommen ist, ist es in erster Linie ein Vergnügen. „Ich schwimme allgemein sehr gern und habe nebenbei meinen Schein gemacht.“

Respekt vor dem Ernstfall

Ein bisschen Bammel haben die beiden Neuen aber schon noch, wenn es bei der Tätigkeit einmal brenzlig werden sollte. Linus Wascher kann ihnen diesen aber nehmen, als er aus seinem Erfahrungsschatz plaudert: „Einmal hat jemand einen Herzinfarkt bekommen, aber wir haben das damals gut gelöst und hatten alles unter Kontrolle. Aber vor dem ersten Einsatz hat man schon großen Respekt.“ Birgit Hagemann ergänzt: „Es ist schon eine verantwortungsvolle Tätigkeit. Der Rettungsschwimmer klingt erst einmal wie ein ganz toller Job, aber man muss sich auch durchsetzen können“. Denn es ginge nicht nur darum, Badegäste in akuten Notfällen zu retten, sondern ihnen auch Tipps für einen sicheren Badetag mit auf den Weg zu geben.

Dazu gehört zum Beispiel auch, darauf hinzuweisen, in praller Sonne genügend Wasser und keinen Alkohol zu trinken. Und auch ein Wespenstich kann ein Notfall sein. Hin und wieder käme es auch vor, dass Eltern ihre Kinder , die unter zehn Jahre alt sind, nicht am See beaufsichtigen. „Da guckt man dann noch genauer hin“, sagt Birgit Hagemann. Sie sei froh, dass sie erfahrene Rettungsschwimmer wie Linus Wascher im Team hat. „Sie sind gute Ansprechpartner für die Neuen“, erklärt die Betriebsleiterin.

Auch ein Wespenstich kann ein Notfall sein

Rettungsschwimmer sind, so teilt es der Gemeindesprecher von Barleben, Thomas Zaschke mit, geringfügig Beschäftigte, die maximal 40 Stunden im Monat arbeiten dürfen.

Im vergangenen Jahr hatte die Gemeinde Schwierigkeiten, genügend Personal für den verantwortungsvollen Job zu finden, in diesem Jahr, das teilt die Betriebsleiterin des Naherholungszentrums, Birgit Hagemann, mit, hat sie genügend Leute für ihr Team, um die Saison abzudecken.

Nur das etwas kühlere Wetter, erklärt Birgit Hagemann, mache ihr momentan etwas zu schaffen. „Wir freuen uns natürlich über einen sehr heißen Sommer, das ist gut fürs Geschäft“. Im Moment bestehe aber noch die Hoffnung, dass es richtig warm werde.