Wolmirstedt l Eine Heilige Katharina wurde in diesem Jahr nicht vergeben. Der höchste Ehrenpreis der Stadt blieb im Schrank. Die tönerne Skulptur wird Bürgern verliehen, die sich in außergewöhnlicher und herausragender Weise um die Stadt Wolmirstedt verdient gemacht haben. So steht es in der Ehrenordnung der Stadt. Zuletzt wurde SV-Kali-Chef Martin Westphal 2018 damit geehrt. Dafür wurden silberne und goldene Stadttaler verliehen.

Die goldenen Stadttaler bekamen zwei amtierende und ein ehemaliger Stadtrat, Kurt Prilloff, Heinz Maspfuhl und Rudolf Giersch.

Kurt Prilloff war bis zur Kommunalwahl Stadtratsvorsitzender, gehört inzwischen diesem Gremium nicht mehr an. Die Auszeichnung bekam er für sein ehrenamtliches Wirken an anderer Stelle. CDU-Fraktionsvorsitzender Uwe Claus würdigte in seiner Laudatio Kurt Prilloffs Schaffen als Vorsitzender des OK-Live-Ensembles, in dem über 300 Kinder eine künstlerische Heimat finden.

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Außerdem begründete er die Ehrung mit Kurt Prilloffs Engagement für das Stadtfest. Als Vorsitzender des Arbeitskreises hat er jahrelang das Fest federführend vorbereitet, das stets am dritten Juniwochenende drei Tage lang auf der Schlossdomäne gefeiert wurde.

Kurt Prilloff richtete seine Dankesrede vor allem an seine Mitstreiter: „Die Arbeit macht nie einer alleine.“

Stadtratsvorsitzender geehrt

Heinz Maspfuhl ist aktuell Stadtratsvorsitzender und wurde ebenfalls mit dem goldenen Stadttaler geehrt. „Heinz Maspfuhl arbeitet seit 30 Jahren im Stadtrat“, begründete der Laudator, SPD-Stadtrat Nico Henning, „auch jetzt noch, in einer Zeit, in der ehrenamtliches Engagement oft nur Naserümpfen hervorruft.“

Außerdem gehe Heinz Maspfuhls Engagement weit über die reine Stadtratstätigkeit hinaus. Er stand der Bürgerinitiative zur Seite, die sich gegen die Schließung des Krankenhauses gewehrt hatte, er rückte mit eigenem Werkzeug und Muskelkraft Steine auf dem Friedhof gerade, sorgte mit dafür, dass ein Fahrradschuppen aufgestellt wurde und gehörte ebenfalls zum Arbeitskreis Stadtfest.

Heinz Maspfuhl strahlte: „Mein Akku ist noch nicht leer. Ich habe noch viele Ideen.“

Dritter im Bunde war Rudolf Giersch. Auch er gehört seit der Wende und somit seit 30 Jahren dem Stadtrat an. In seiner Laudatio zählte KWG Börde-Stadtrat Mike Steffens weitere Ehrenämter auf: Mitbegründer und einstiger Vorsitzender der Interessengemeinschaft Innenstadt, ehrenamtlicher Richter, ehemaliger Schiedsstellenleiter, Mitbegründer des Tierheims und derzeitig Vorstandsvorsitzender des deutschen Tierschutzbundes in Sachsen-Anhalt. Auch Rudolf Giersch verwies an die vielen Mitstreiter, ohne die auch er die Arbeit nicht bewältigen könne.

Erstmals ganze Gruppe gewürdigt

Mit dem silbernen Stadttaler wurde erstmals eine ganze Gruppe geehrt, nämlich die Jugendwarte der Ortsfeuerwehren. Bürgermeisterin Marlies Cassuhn würdigte die jahrelange und kontinuierliche Arbeit, die einerseits im Dienste der Feuerwehr geleistet wird, aber auch, um Kindern und Jugendlichen in der Freizeit eine Heimat zu bieten. Für 49 Kinder organisieren sie einmal in der Woche in Wolmirstedt, Mose, Glindenberg und Wolmirstedt die Ausbildung, dazu noch gemeinsame Wettkämpfe und Zeltlager.

Eigentlich sind die Stadttaler undotiert, für die Jugendwehren hielt die Bürgermeisterin jedoch einen gefüllten Umschlag bereit.

Ebenfalls mit einem silbernen Stadttaler wurde Kathleen Schladitz ausgezeichnet. UWG-Stadtrat Klaus Mewes begründete die Verleihung mit dem Engagement für die Adventsfeste im Lustgraben und das Aufrechterhalten der „Villa Kunsterbunt“. Auch sie verwies auf ihre Mitstreiter.

Mit dem goldenen Stadttaler werden Verdienste zur Förderung des Gemeinwesens gewürdigt, unter anderem Verantwortungsträger im Sinne von Ordnung und Sicherheit, der Politik, Kultur, des Sports oder im sozialen Bereich. Silberne Stadttaler ehren Personen, die zur Mehrung des Ansehens der Stadt beigetragen haben.

Die Anträge auf Ehrung können Stadträte, Bürgermeister, Ortsbürgermeister aber auch Bürger über die Bürgermeisterin stellen. Über die Verleihung der heiligen Katharina und der goldenen Stadttaler entscheidet der Hauptausschuss, über die Verleihung des silbernen Stadttalers die Bürgermeisterin.