Wolmirstedt l Eigentlich sollten im Wohngebiet „Deutsche Einheit“ die Baumaschinen erneut anrollen. Die Stadt hatte geplant, die Gehwege, Nebenbereiche der Häuser und die Beleuchtung zu erneuern. Doch daraus wird vorerst nichts. Der Grund ist eine Kostenexplosion. Nach der Ausschreibung stand fest, der Preis würde sich verdoppeln. Ursprünglich waren für die Sanierung der Nebenanlagen 575.000 Euro in den Haushalt eingestellt, nach den Ausschreibungen müsste die Stadt derzeit jedoch über eine Million Euro bezahlen. So viel Geld ist im Haushalt jedoch nicht eingestellt.

Nun hofft die Stadt, dass sich die Lage am Markt im kommenden Jahr entspannt und hat die Arbeiten auf das nächste Jahr verschoben. Die Verwaltung wird erneut ausschreiben und hofft auf moderatere Preise, weil die Unternehmen eine längere Vorlaufzeit haben.

Anlieger würden unter Kosten leiden

Mit der Entscheidung, in diesem Jahr auf die Bauarbeiten zu verzichten, hat die Verwaltung jedoch nicht allein den Stadthaushalt im Blick. Auch die Anlieger würden bei der Kostensteigerung entsprechend stärker zur Kasse gebeten. Dieses Wohngebiet liegt nicht im Sanierungsgebiet, demzufolge werden nach dem kommunalen Abgabengesetz Sachsen-Anhalts die Kosten anteilig auf die Anlieger verteilt. Zwar kocht die Debatte um die Abschaffung dieses sogenannten Straßenausbaubeiträge im politischen Raum hoch, in Sachsen-Anhalt werden sie jedoch nach wie vor gefordert.

Eigentlich sollte sich die Gehwegsanierung fast nahtlos an die Straßenerneuerung anschließen. Die Fahrbahn wurde im vergangenen Jahr mit finanzieller Beteiligung der Stadt erneuert, nachdem der Wolmirstedter Wasser- und Abwasserzweckverband (WWAZ) alle Leitungen neu verlegt hatte.

Gehwege vielfach defekt

Viele Anwohner wünschen sich dringend neue Gehwege, denn Gehwegplatten sind defekt, wackelig oder nicht mehr eben verlegt. Das gerät besonders für gehbehinderte Menschen zur Stolperfalle, in der dunklen Jahreszeit haben auch Menschen, die gut zu Fuß sind, manchmal ihre Schwierigkeiten mit den Ecken und Kanten.

Sollten die Bauarbeiten im kommenden Jahr beginnen, werden insgesamt etwa 610 Meter Weg erneuert. Die Hauptwege werden zwei Meter breit, die Wege in den Stichstraßen 1,75 Meter. Es werden neue Borde gesetzt und an den Zufahrten abgesenkt. Auch der Platz vor der Physiotherapie bekommt ein neues Gesicht.