Vorschriften im Rahmenplan

Der aktuelle Rahmenplan des Bildungsministeriums Sachsen-Anhalt schreibt das regelmäßige Lüften von Unterrichtsräumen vor. Außerdem ist eine Mund-Nasen-Bedeckung überall dort vorgeschrieben, wo der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. Ausgenommen davon sind Unterrichtsräume sowie Bereiche, die dem aministrativen wie auch dem technischen Personal von Schulen dienen.

Außerunterrichtliche Schulveranstaltungen wie Klassen-​ und Schulfeste, Brauchtumsveranstaltungen, Theater-​ oder Tanzaufführungen, Konzerte, Wandertage, Ausflüge, Klassenfahrten, Messen und Ausstellungen, Veranstaltungen zur Berufsorientierung, Sportwettkämpfe oder musisch-​künstlerische und fachbezogene Wettbewerbe sowie Tage der Offenen Tür dürfen bis auf weiteres nicht mehr als Präsenzveranstaltung statt. Es gibt also keinen Publikumsverkehr.

Wolmirstedt l Das Gymnasium in Wolmirstedt ist ein Vorreiter der Moderne in der Ohrestadt. Frischluftzufuhr und ein Abluftsystem wurden in jedem Raum eingebaut. Die Raumluft wird pro Stunde dreimal komplett ausgetauscht. Für Carsten Koslowski, den Leiter des Kurfürst-Joachim-Friedrich-Gymnasiums, bedeutet das in Zeiten von Corona eine Sorge weniger: „Die Schüler brauchen weder mit Schal und Mütze im Klassenraum zu sitzen, noch muss der Unterricht für Pausen zum Lüften unterbrochen werden.“ Die Arbeiten im Gymnasium sind allerdings nicht extra wegen der Corona-Bedingungen veranlasst worden, sondern waren im Rahmen von Modernisierungsmaßnahmen ohnehin geplant.

Dementsprechend sind nicht alle Schulen in der Ohre-stadt so topmodern ausgestattet. Daher verweist der Pressesprecher des Landkreises Börde, Uwe Baumgart, auf die Empfehlungen des Bildungsministeriums, wenn es um das regelmäßige Lüften der Klassenräume geht. Aktualisiert wurden diese erst am zurückliegenden Freitag.

„Im Rahmenplan für die Schulen des Landes ist das eindeutig niedergeschrieben worden“, sagt er. „Man muss dazu wissen, dass die Vorschriften zur Lüftung von Klassenräumen keine Erfindung der Corona-Zeit sind.“ Schon vor der politischen Wende wurden entsprechende Regelungen festgelegt und auch angewendet. „Räume, in denen sich viele Menschen befinden, müssen regelmäßig gelüftet werden“, formuliert Baumgart. „Aerosol-Partikel können durchaus Viren übertragen.“ Die Erkenntnis sei also keineswegs neu.

Auf Lüftungstechnik achten

Bundesweit wird derzeit über den Einbau geeigneter Ab- und Frischluftanlagen in den Schulen diskutiert. Bei zahlreichen Schulneubauten wird bereits auf bedarfsorientierte Lüftungstechnik geachtet – aber eben noch nicht bei allen.

Kurzfristig ist eine eventuelle Nachrüstung im Landkreis Börde nicht flächendeckend geplant. Daher verweist Baumgart auf die Regeln und erläutert sie. „Es ist auf eine intensive Lüftung der Räume zu achten. Zu Beginn und nach Ende des Schultags sowie in allen Pausen und während des Unterrichts ist mindestens alle 20 Minuten eine Stoß- oder Querlüftung durch vollständig geöffnete Fenster über mehrere Minuten vorzunehmen“, heißt es da.

Wie wird das aber in der Praxis gehandhabt? An der Diesterweg-Grundschule gibt es spezielle Lüftungslisten in jedem Klassenraum. „Wir öffnen in den Pausen die Fenster“, sagt Schulleiterin Ines Vogler. „Während des Unterrichts wird außerdem in jeder Stunde für fünf Minuten gelüftet.“ Sollten die Temperaturen weiter fallen, ziehen sich die Schüler entsprechend für diesen Zeitraum wärmer an. „Im Augenblick halten sie die paar Minuten aber meist so durch“, fügt die Leiterin hinzu. „Die Lehrer haben in jedem Fall ein wachsames Auge darauf.“

An Bestimmungen halten

Die Gutenberg-Gesamtschule hält sich an die vom Landkreis und dem Landesschulamt vorgeschriebenen Bestimmungen. „Wir hätten natürlich gern ein geeignetes Lüftungssystem als Unterstützung zu den angeordneten Maßnahmen“, sagt der pädagogische Koordinator Michael Jordan. „Wir stehen dazu mit dem Landkreis in Verhandlungen.“ Eine zielführende technische Lösung sei wünschenswert. „Das so umzusetzen, wie von den entsprechenden Wissenschaftlern empfohlen, ist unser Ziel, um die Schüler bestmöglich betreuen und versorgen zu können“, formuliert Jordan. Außerdem übernehmen auch die Schüler Verantwortung. Die Schulleitung führt zudem stichpunktartige Kontrollen durch.

Ingolf Berg, Leiter der Leibniz-Gesamtschule in Wolmirstedt sagt: „Wir halten uns natürlich auch an die Regeln. Bei uns wird wechselseitig mal von der linken und mal von rechten Fensterfront in den Räumen gelüftet.“ Das kontrollieren die jeweiligen Lehrer in den Klassen. „Es wird in jedem Fall darauf geachtet, dass sich dabei niemand erkältet. Ein Durchzug wird vermieden“, fügt er hinzu. Vor dem Unterrichtsbeginn sorge schon der Hausmeister für die Entlüftung. Auch die Pausenzeiten werden dafür genutzt.

Die Stadt Wolmirstedt als Träger der Grundschulen pocht ebenfalls auf die Einhaltung der Regeln. „Coronabedingt ist bislang kein Extra-Einbau von Frisch- und Abluftsystemen geplant“, informiert Erika Tholotowsky, Leiterin des Fachdienstes Jugend/Kultur/Sport/Soziales.