Wolmirstedt l Sarah Helmholdt (14) geht gern in die Leibniz-Schule. „Die Lehrer sind immer für uns da.“ Besonders mag sie die Arbeit in kleinen Gruppen. „Dabei habe ich Teamfähigkeit gelernt.“ Sarah hat die erste Strophe des Leibniz-Liedes gesungen und in deren Zeilen spiegelt sich genau dieses Miteinander-Gefühl wieder.

Das Lied haben die Mädchen und Jungen selbst geschrieben, unter den Fittichen der Musiklehrerin Bärbel Pfeiffer. In fünf Strophen haben sie gereimt, was ihre Schule ausmacht. Dazu zählen die Spitzenplätze in Sportwettkämpfen, der Pausenhof mit seinen Bänken und Spielgeräten, die Berufs­orientierung und das Gemeinschaftsschulprinzip, das alle Schulabschlüsse bis zum Abitur möglich macht.

Betriebspraktika sind etabliert

Die Berufsorientierung spielt in der Leibniz-Gemeinschaftsschule eine besondere Rolle. Betriebspraktika und Berufsorientierungsmessen sind im Schulalltag längst etabliert, in der Schule lernen die Kinder Kochen, Gärtnern, Sägen und mehr. In dieser Woche startet zudem ein ganz neues Projekt. Das trägt den Titel „Praxislerntage“.

Die „Praxislerntage“ sind ein Projekt des Landes Sachsen-Anhalt, an dem sich Schulen freiwillig beteiligen können. Leibniz-Schulleiter Ingolf Berg ist von diesem Konzept überzeugt und hat es deshalb an seiner Schule ins Rollen gebracht. Die Mädchen und Jungen der achten und neunten Klassen lernen zwei Jahre lang Betriebe der Region kennen. Alle zwei Wochen erleben sie einen Tag in einem Unternehmen oder einer sozialen Einrichtung, ein halbes Jahr lang, dann wird gewechselt. Auf diese Weise schauen die Mädchen und Jungen in zwei Jahren in vier verschiedene Betriebe hinein. Welche das sind, suchen sich die Jugendlichen selbst aus.

Schulleiter Ingolf Berg sieht die Vorteile gegenüber eines Praktikums, das eine Woche am Stück dauert: „Die Schülerinnen und Schüler sind über einen längeren Zeitraum im Betrieb, lernen dadurch mehr Arbeitsabläufe kennen.“

Mit Unterricht verzahnt

Diese Praxislerntage sind eng mit dem theoretischen Unterricht verzahnt, bieten duales Lernen, die Jugendlichen können ihr Wissen anwenden und erleben, was sich hinter den Berufsbezeichnungen verbirgt. Alle Achtklässler haben bereits einen Platz gefunden, sei es im Dachdeckerbetrieb, Autohaus oder einer sozialen Einrichtung.

Zurück zum Schulsong: Der wurde im Gröninger Bad aufgenommen. Die Musik zum Text entstand im Projekt MusiCids des Vereins „Aktion Musik“. Projektleiter ist Wolfgang Schienemann, der auch als Regisseur und Kameramann für das Video unterwegs war. Er versuchte, das Besondere dieser Schule ins Bild zu setzen, hat Szenen im Schulgarten, in der Hauswirtschaftsküche und im Chemielabor gedreht, ein Schüler zeigt spektakuläre Sprünge, Mädchen, die ein Kopftuch tragen, drücken den Integrationsgedanken aus. Sechs Minuten wird der Film lang sein, in wenigen Tagen ist die Premiere.