Angern l Alles unter einem Dach: Das wünschen sich die Gemeinderäte für die alte Sekundarschule in Angern. In die Räumlichkeiten sollen Grundschule, Kindertagesstätte und Hort einziehen. Die Überlegung, das alte Schulgebäude wieder mit Leben zu erfüllen, mache in jedem Falle Sinn, sind sich die Gemeinderäte einig. Die Freie Um-Welt-Schule platzt inzwischen aus allen Nähten. Weiterer Zulauf an Schülern zeichnet sich längst ab. Gleiches gilt für die Kita, die längst nicht mehr den Anforderungen einer modernen Kita entspricht. „Die derzeitige räumliche Situation in der Kita ist nicht weiter hinnehmbar“, so Bürgermeister Egbert Fitsch.

Architekt Volker Seidel aus Haldensleben stellte die erste Planung für das Gesamtkonzept des Umbaus vor. Dieser Planung zufolge belaufen sich die gesamten Modernisierungskosten auf etwa 4,7 Millionen Euro. Der Gemeinderat sprach sich dafür aus, in weiteren Beratungen mit Grundschule und Kindergarten über das Konzept zu befinden und Anpassungsmöglichkeiten zu suchen.

„Der 1. Entwurf der Planung beinhaltet noch Möglichkeiten zur Kostenreduzierung“, sagte Bürgermeister Egbert Fitsch. Der Gemeinderat hat sich grundsätzlich für die Umsetzung des Projektes ausgesprochen und die nächste Beratung für Mittwoch, 20. November, anberaumt. Bis dahin sollen Varianten zur Finanzierung beziehungsweise weitere Möglichkeiten eventueller Förderungen geprüft werden.

Wichtiger Schritt für Gemeinde

„Es handelt hier sich um eines der wichtigsten Projekte unserer Gemeinde. Wir wollen und müssen dem Bedarf an Kindergarten- und Schulplätzen nachkommen“, äußerte sich Egbert Fitsch zum Vorhaben. Die Gemeinde müsse sich zukunftsorientiert aufstellen. Etwas für die Kinder zu tun, sei daher von großer Bedeutung. Diese im Dorf zu halten und künftig weiteren Zuzug zu ermöglichen, seien daher ein wichtiger Schritt.

Ähnlich äußerte sich auch Ortrun Horstmann. Sie hatte 2015 als Vorsitzende des Fördervereins der Grundschule Angern federführend die Gründung der Freien Um-Welt-Schule Angern vorangetrieben. Mit großem Erfolg, wie die aktuellen Schülerzahlen unterstreichen. „Aufgrund der Anerkennung durch das Landesschulamt unserer Schule im letzten Jahr ist das Interesse an unserer Schule mit dem bilingualen und umweltorientierten Konzept noch gewachsen. Mit unserer starken Gemeinde als Rückhalt und dem immer gesprächsbereiten Gemeinderat sowie dem Bürgermeister Herrn Fitsch sehen wir die Entwicklung unserer Schule am neuen Standort positiv. Wir freuen uns über die Bereitschaft aller Entscheidungsträger, etwas für die Kinder in unserer Gemeinde zu tun.“

„Wir sollten keine Zeit verschwenden, da wir uns die Rekonstruktion des Objektes dann kaum mehr leisten können“, stellte Gemeinderätin Doreen Stute-Domagalla klar. Bereits vor sechs Jahren sei über einen Schulneubau diskutiert worden. Seinerzeit waren zwei Millionen Euro als Bausumme im Gespräch. Mittlerweile würden mögliche Kosten weit mehr als das Doppelte betragen. Auch aus ökologischen Gründen wäre der Standort Angern relevant. „Unsere Kinder müssten nicht mehr durch die Gegend gefahren werden, könnten zu Fuß oder mit dem Fahrrad anreisen.“ Vernünftige Lösungen müssen her, einige Arbeiten ließen sich in Eigenleistung bewerkstelligen, machte die Gemeinderätin deutlich und stieß auf Zustimmung ihrer Ratskollegen.