Wolmirstedt l Die Nacht zum 5. September 2012 werden Daniel Laqua und Andreas Fahtz wohl nie vergessen. Da brannten Teile des Sport- und Freizeitparks nieder. Diesen Sporttempel haben die beiden Männer als GbR betrieben, plötzlich standen sie vor dem Nichts. Die Öffentliche Versicherung Sachsen-Anhalt (ÖSA) weigerte sich, den entstandenen Schaden zu zahlen. Der Grund: Es stand im Raum, dass die beiden Betreiber das Feuer selbst gelegt haben könnten. Der Rechtsstreit wurde sowohl vor dem Magdeburger Landgericht, als auch vor dem Oberlandesgericht Naumburg geführt.

Wie erst jetzt bekannt wurde, ist das Verfahren seit dem 20. Februar beendet. Beide Parteien haben vor dem Oberlandesgericht Naumburg einem Vergleich zugestimmt. Damit ist die Akte um den Sport- und Freizeitpark geschlossen.

Der Vergleich sieht vor, dass die ÖSA ein Drittel der ursprünglichen Forderung begleicht, also eine Million Euro zahlt. Darin inbegriffen sind alle Anwaltskosten und Zinsen. „Wir sind erst mal froh, dass der Prozess vorbei ist“, sagt ÖSA-Sprecherin Ute Semkat und interpretiert: „Dass das Gericht entschieden hat, dass die ÖSA nur noch ein Drittel der ursprünglichen Forderung begleichen muss, zeigt, dass die Richter von der Darlegung der Kläger nicht sehr überzeugt waren.“

Kläger ist die Laqua-und-Fahtz-GbR. Sie haben von der ÖSA gefordert, den finanziellen Schaden komplett zu begleichen. Die Vorwürfe, das Feuer selbst gelegt zu haben, haben sie stets abgestritten, immer wieder eine Fremdbrandstiftung ins Feld geführt. Laut Gericht gab es jedoch vernünftige Zweifel, die gegen eine Fremdbrandstiftung sprechen. Die Laqua/Fahtz GbR bleibt nun auf zwei Drittel der Schadenssumme sitzen, auf zwei Millionen Euro. Sie bestätigen das, wollen sich aber gegenüber der Volksstimme nicht weiter äußern.

Sehr komplexe Angelegenheit

Die Gerichte haben die Angelegenheit als sehr komplex eingestuft und mit dem Vergleich gibt es kein endgültiges Urteil. „Das Ergebnis ist immer noch offen, nicht eindeutig“, sagt Oberlandesgerichtssprecher Georg Haberland auf Volksstimme-Nachfrage. Ob Eigen- oder Fremdbrandstiftung ist also nach wie vor nicht restlos geklärt. Dabei bleibt es nun, mit dem Vergleich wird die Sache nicht weiter verfolgt, ist gerichtlich beendet.

In der Nacht zum 5. September 2012 gab es zwei kleinere Brandherde im Untergeschoss sowie einen großen Brandherd im Obergeschoss des Sportparks. Die Feuerwehr konnte von diesem Gebäudeteil nicht mehr viel retten.

Im Untergeschoss wurden damals Einbruchsspuren gefunden. Dazu zählen kaputte Fenster, unter denen Paletten lagen, mit deren Hilfe Personen gut an das Fenster gelangen konnten. Allerdings hätten die Paletten dort auch schon länger liegen können.

Seit 2017 ist der ehemalige Sport- und Freizeitpark an ein Speditionsunternehmen verkauft und soll eine Lkw-Halle werden.