Wolmirstedt l Der Bedarf an Segmentbehältern scheint groß zu sein. Das Unternehmen, das diese Segmentbehälter herstellt, möchte sich dringend vergrößern. Bisher ist es in der Wolmirstedter Schwimmbadstraße ansässig, strebt aber einen Neubau im Gewerbegebiet Nord I an. Läuft alles nach Plan, sollen zwischen einem Polstermöbelhersteller und dem abgebrannten Sport- und Freizeitpark (SFP) bald ein großes Areal bebaut werden. Bürogebäude, Werkstatt, Stanzhalle sowie zwei Lagerhallen sind geplant. Zudem geht das Unternehmen mit diesem Neubauaus einem Mischgebiet in ein Gewerbegebiet, expandiert, um die weltweite Nachfrage nach Segmentbehältern besser befriedigen zu können.

Segmentbehälter sind rund und können mehrere Meter Durchmesser haben. In ihnen kann Löschwasser vorgehalten werden, sie sind Bestandteil von Sprinkleranlagen und dienen somit unter anderem dem Brandschutz in Produktions- oder Lagerhallen.

Die runde Form der Segmentbehälter sollen nach den derzeitigen Plänen auch die Bürogebäude bekommen. Erste Ansichten wurden im Bauausschuss bereits vorgestellt. Die Straßenansicht des Bürogebäudes fand dabei großen Anklang. Es hat von oben betrachtet die Form einer Hantel, zwei runde Gebäude sind durch einen Gang miteinander verbunden, die runde Form der Häuser greift die Form der Segmentbehälter auf. Noch ist das letzte Wort dazu allerdings nicht gesprochen.

Das Firmengelände zieht sich südlich in Richtung der Schachtstraße. Dort stehen Einfamilienhäuser und die Stadträte sorgten sich, ob es für die Anwohner womöglich eine Lärmbelästigung geben könnte, insbesondere durch die Nähe der Stanzhalle. Diese Sorge versuchten die Geschäftsführer Andreas Eberhardt und Dirk Uhlemann zu zerstreuen. „Unser Unternehmen befindet sich derzeit in einem Mischgebiet. Bisher kamen noch keine Anwohnerbeschwerden.“ Allerdings sei der Plan, nach dem Umzug in ein reines Gewerbegebiet auch im Schichtbetrieb zu produzieren.

Das Mischgebiet befindet sich zwischen Schwimmbadstraße und Fabrikstraße, dort sind Gewerbe und Wohnbebauung gleichermaßen erlaubt. Eigentlich sollen solche Gebiete voneinander getrennt sein, doch in diesem Areal hat sich das Nebeneinander von Betrieben und Wohnhäusern einst wie von selbst entwickelt.

Diese Kombination ist jedoch ungünstig, wenn die Betriebe auf Schwerlastverkehr angewiesen sind. Das sind die dort ansässigen Unternehmen.

Für Wolmirstedts Norden interessierte sich kürzlich auch ein französisches Stahlbauunternehmen. Das wollte in der Nähe des Umspannwerks bauen, alles sollte ganz schnell gehen. Deshalb hat der Stadtrat im Februar ad hoc einen Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan gefasst. Doch dieser Investor hat sich bisher nie wieder gemeldet. Inzwischen gibt es dort aber einen neuen Interessenten.

Verkehrsanbindung interessant

Wolmirstedts Norden ist für Unternehmen unter anderem wegen der günstigen Verkehrsanbindung interessant. Das Gewerbegebiet schließt an die B189 an, sollte die Autobahn A14 irgendwann einmal fertig werden, befindet auch sie sich in unmittelbarer Nähe.

Aus dem selben Grund ist im Flächennutzungsplan auch ein 13 Hektar großes Gebiet nördlich von Mose als Gewerbegebiet angedacht, das sich an die künftige Autobahnauffahrt anschmiegen würde. Doch das ist bisher als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.

Bei der Fahrt durch Wolmirstedts Norden fällt immer noch der Schuttberg des ehemaligen Sport- und Freizeitparks auf. Das Gelände wurde inzwischen von einem Spediteur gekauft und soll eine Fahrzeughalle werden. Wann beräumt wird, war nicht zu erfahren. Der Eigentümer war für die Volksstimme nicht erreichbar.