Barleben l Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man schon von einer Tradition sprechen. Mit beständiger Regelmäßigkeit dringen Unbekannte auf den Barleber Sportplatz an der Angerstraße ein, hinterlassen Schmierereien, beschädigen Objekte und schrecken auch nicht davor zurück, in das auf dem Gelände befindliche Vereinsheim des FSV Barleben einzubrechen. Dreimal war dies 2017 der Fall. Dabei wurden unter anderem ein Rasenmäher und -traktor, Fernseher, Werkzeuge sowie Bargeld gestohlen.

Am vergangenen Wochenende haben die Täter erneut zugeschlagen. Zumindest liegt bei den Betroffenen die Vermutung nahe, dass es sich um die immer wieder gleichen Täter, wahrscheinlich Jugendliche aus dem Ort, handelt. Denn im vergangenen Jahr habe man zwar jemanden auf frischer Tat erwischt und Anzeige erstattet, „aber der Täter war nicht strafmündig“, so Andreas Ibe, stellvertretender Vorsitzender des FSV Barleben. Deshalb wurde bislang auf eine Anzeige gegen Unbekannt verzichtet. Als zu gering schätzt der Verein die Erfolgchancen ein.

Bei dem erneuten Einbruch ins Vereinsheim wurde dieses Mal zwar nichts entwendet, dennoch wurden in dem Gebäude Schäden angerichtet und davor einige Gestänge verbogen. Die Vereinsmitglieder sind schockiert über die Dreistigkeit, mit der die Täter vorgehen. „Wie soll der Vereins- und Schulsport hier auf der Anlage weitergehen, wenn der FSV ständig mit der Beseitigung diverser Schäden beschäftigt ist und auf den finanziellen Kosten sitzen bleibt?“, fragt Andreas Ibe.

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Gutmütigkeit ausgenutzt

Das Problem bestehe vor allem darin, dass der Sportplatz für jeden frei zugänglich ist. Eine Einzäunung könne helfen, die Täter vom Betreten des Geländes abzuhalten, so Ibe weiter. Auch in sozialen Netzwerken ist der Frust über den Einbruch groß. „Macht alles dicht, sodass keiner mehr auf das Gelände kommt“, fordert deshalb auch einer der Facebook-Nutzer und schreibt weiter: „Dann haben sie (die Täter - Anm. d. R.) eben Pech, wenn sie das Angebot nicht mehr nutzen können. Auch wenn es den einen oder anderen trifft, der damit nichts zu tun hat. Aber das sind Kosten, die dann wieder der Verein zu tragen hat.“

Letztere Aussage hingegen bleibt eine Streitfrage, denn der FSV Barleben ist nur Pächter. Grundstückseigentümer ist die Gemeinde Barleben. „Wir kennen die Problematik und sind empört über den Vandalismus. Die Gemeinde würde auch gerne helfen, doch befinden wir uns gerade in der Haushaltskonsolidierung und können eine solche Investition, die mehrere tausend Euro kosten würde, nicht mal eben aus dem Ärmel schütteln“, sagt Thomas Zaschke auf eine mögliche Umzäunung angesprochen.

Der Pressesprecher der Einheitsgemeinde Barleben verweist zudem auf den Pachtvertrag, in dem es unter anderem heißt: „Der Verein hat für die Sicherheit des Vertragsobjektes auf seine Kosten zu sorgen“ und „Die Gemeinde haftet nicht für die Beschaffenheit des Vertragsobjektes“. Des Weiteren sehe man einen Zaun auch nicht als optimale Lösung an. Zu leicht könne dieser überstiegen werden oder selbst Ziel des Vandalismus werden.

Und so bleibt letzten Endes nur die Möglichkeit, an die Täter und ihre Vernunft zu appellieren, damit sie die sinnlose Beschädigung und Zerstörung künftig unterlassen.