Barleben/Meitzendorf/Ebendorf l Der Weihnachtsmann, der Gaben auf den Adventsmärkten verteilt, wird in diesem Jahr wohl nicht anreisen. Ebenso wird es keine Blasmusik, keine Karussells oder Stände mit süßem Gebäck und kleinen Geschenken geben. Kurz: Heimelige Vorweihnachtsstimmung, wie sie es nun schon seit Jahrhunderten in den Dörfern gibt, wird wohl nur schwer aufkommen. In allen drei Ortschaften der Gemeinde sind die Weihnachts- und Adventsmärkte abgesagt worden.

„Wie haben im Vorstand beraten und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass wir die Hygieneregeln nur schwer einhalten können“, sagt Michael Oeltze, Vorsitzender des Kultur- und Geschichtsvereins Ebendorf. Wie in den Vorjahren organisiert die Gruppe gemeinsam mit anderen Vereinen den Adventsmarkt, der seit geraumer Zeit auf dem Mühlenhof stattfindet. „Wenn denn tatsächlich viele Bürger gekommen wären, würde es einfach zu eng werden“, begründet der Vereinschef die Entscheidung und fügt hinzu: „Das ist natürlich alles sehr schade, zumal wir schon unsere Halloween-Veranstaltung absagen mussten. Der Angelverein, der Hundeverein sowie der Kita-Förderverein und der ‚Carnevalclub’ hatten sich wieder bereit erklärt, sich einzubringen. Aber Sicherheit geht nun mal vor.“ Eine Alternative sei nicht geplant. „Aber ich gehe davon aus, dass ein Weihnachtsbaum im Ort aufgestellt wird, der vorweihnachtliche Stimmung verbreitet“, sagt Oeltze.

Abstände nicht einzuhalten

Ähnlich lautet die Begründung für die Absage des Weihnachtsmarktes auf dem alten Schulhof in Meitzendorf. „Wir werden die notwendigen Abstände nicht einhalten können“, erklärt Klaus Fassig, Vizevorsitzender des Heimatvereins „Geschichtskreis Meitzendorf“. Noch im Oktober sei beraten worden, wie das vorweihnachtliche Treiben inmitten des Dorfes organisiert werden könnte. So sei mit Vertretern der Ortschaft sowie anderer Vereine diskutiert worden. „Doch dann kam Anfang November die Verschärfung der Regeln, die uns veranlasst haben, unseren Markt aus dem Kalender zu streichen“, ergänzt Klaus Fassig. So wird in diesem Jahr auch die Heimatstube nicht festlich geschmückt werden können, „es sei denn, es kommt noch eine Lockerung der aktuellen Verordnungen.“

Auch der auf dem Hof der Mittellandhalle inmitten von Barleben jährlich stattfindende Weihnachtsmarkt ist nunmehr abgesagt worden. Keine Fahrgeschäfte, keine Bühne, keine Künstler und kein vorweihnachtliches Flair. „Die Organisatoren waren sich über die Absage des Weihnachtsmarktes einig. Eine Veranstaltung in der ursprünglichen Form wird es nicht gegen“, erklärt Wolfgang Buschner, Vorsitzender des Vereins „Mehrgenerationenzentrum“ (MGZ). Der MGZ arrangiert das alljährliche vorweihnachtliche Treiben für die Ortschaft.

Doch nicht nur die Vorgaben des Landes und des Gesundheitsamtes seien es gewesen, die zur Absage führten. „Ich glaube, dass viele Leute schon von sich aus nicht gekommen wären. Die haben verständlicher Weise Angst vor dem Virus“, meint der Vereinschef.

Vielleicht gibt es eine Alternative

Doch vielleicht wird es eine Alternative geben. „Märchenweihnachtspark“ heißt sie und soll, wenn es die pandemische Entwicklung und Vorgaben zulassen, auf dem Parkplatz vor der Sporthalle der Mittellandhalle stattfinden. Hier sei mehr Platz als auf dem Hof, „das Ganze könnte etwas entzerrt werden“, sagt Buschner.

Das Event werde gemeinsam mit dem Schausteller René Wesemann geplant. Das Hygienekonzept für das Projekt stamme aus seiner Feder und wurde schon in anderen Orten erfolgreich angewendet. Wenn alles gut läuft, könnte der „Märchenweihnachtspark“ vom 4. bis 6. Dezember täglich von 12 bis 20 Uhr öffnen. „Natürlich müssen wir die neuesten Verordnungen abwarten. So ganz in trockenen Tüchern ist noch nichts“, hebt Wolfgang Buschner hervor.