Opferhelfer wollen gemeinsam Möglichkeiten finden, der Gewalt vorzubeugen

Weißer Ring arbeitet mit dem Frauenhaus

Von Gudrun Billowie

Der Weiße Ring plant zusammen mit dem Frauenhaus des Landkreises Börde eine Fachtagung zum Thema "Kleine Seele - großer Schmerz". Erste Absprachen wurden in Wolmirstedt getroffen.

Wolmirstedt l Der Weiße Ring kümmert sich um die Opfer von physischer und psychischer Gewalt. "Noch besser ist es, wenn es gar nicht erst zur Gewalt kommt", sagt Dieter Montag, "darum widmen wir uns verstärkt der Kriminalitätsvorbeugung." Dieter Montag ist der Leiter der Außenstelle Börde des Weißen Ringes und lud seine Mitstreiter am Freitag ins "Nudelhaus" zur Jahresplanung ein.

Gute Nachrichten hatte er zunächst nicht. "Das Jahr 2013 hat so hektisch begonnen wie lange nicht", sagt Montag, "wir hatten schon fünf Opferfälle." Im gesamten vergangenen Jahr seien es insgesamt 24 Fälle gewesen, in denen Mitarbeiter des Weißen Rings den Opfern helfen konnten, so der Außenstellenleiter. "Das sind allerdings nur rund zehn Prozent der Opfer, die bei der Polizei Anzeige erstatten", so Montag. Der Weiße Ring möchte daher noch stärker in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden und noch mehr Menschen nach erlittener Gewalt zur Seite stehen.

Dazu planen die ehrenamtlichen Helfer die Veranstaltungen des Jahres 2013. Ein Höhepunkt wird die Fachtagung zusammen mit dem Frauenhaus am 13. November in der Barleber Mittellandhalle sein. "Mit den Frauen kommen viele traumatisierte Kinder ins Frauenhaus", sagt Katja Groer vom Weißen Ring, "sie haben häusliche Gewalt erfahren, miterlebt und brauchen Hilfe." Der Weiße Ring möchte auch Lehrerinnen und Erzieherinnen für das Thema sensibilisierten. "Wir möchten sie zu dieser Fachtagung einladen", so Dieter Montag, "außerdem werden wir an den Kinderschutzbund, Fachärzte für Kinderheilkunde, Jugendamtsmitarbeiter und Psychologen herantreten."

Im Rahmen dieser Fachtagung mit dem Titel "Kleine Seele - großer Schmerz" sollen auch die Kinder selbst eine Stimme erhalten. "Wir werden einen Kinder-Malwettbewerb zum Thema Häusliche Gewalt ausloben", so Montag.

Manfred Knechtel ist ebenfalls Mitarbeiter des Weißen Rings. Der ehemalige Polizeibeamte hat sich schon vor seiner Pensionierung um die Gewaltprävention gekümmert, hat regelmäßig Schulen und Kindergärten besucht. "Zurzeit bin ich oft bei Senioren unterwegs", sagt Manfred Knechtel, "bei meinen Vorträgen geht es meistens um das Verhalten der älteren Bürger zu Hause." Oft sollen sie an der Haustür oder am Telefon "übers Ohr gehauen" werden. "Ich möchte auch gerne mit der Begegnungsstätte der Volkssolidarität in der Burgstraße zusammenarbeiten", sagt Manfred Knechtel, "erste Gespräche mit der Leiterin Marita Albrecht gibt es bereits."