Groß Ammensleben l Bisher hat der Winter den Landkreis Börde größtenteils verschont. Dreimal hat es im Dezember in der Region geschneit, jedes Mal war die weiße Pracht am nächsten Tag wieder weggetaut. Das bedeutet nicht, dass nicht doch noch ein größerer Wintereinbruch droht und die Straßen, Einfahrten und Gehwege beräumt werden müssen.

Sollte dem so sein, stellt dies für die Einheitsgemeinde Niedere Börde kein großes Problem dar. „Unser Vorrat an Streusalz beträgt zehn Tonnen. Das wird aus Sicht des Umweltschutzes nur in extremen Fällen eingesetzt. Weiterhin haben wir 40 Tonnen Splitt, der auf die rund 50 Streugutbehälter in der gesamten Gemeinde verteilt worden ist“, erklärt Bernhard Körtge, Vorarbeiter des Betriebshofs in Groß Ammensleben.

Prioritätenliste beim Beräumen

Dabei handelt es sich zum Teil um Restbestände, da aufgrund des milden Winters im Vorjahr kaum etwas davon gebraucht wurde. „Das Streugut ist luftdicht verpackt, sodass wir es auch noch für die Folgejahre aufheben können, wenn wir es in einem Winter nicht brauchen“, sagt Reinhard Schimka, der Bauamtsleiter der Gemeinde Niedere Börde.

Wenn Schnee und Glätte Einzug halten, so folgen die Mitarbeiter des Betriebshofs bei der Beräumung einer Prioritätenliste. „An erster Stelle steht das Gewerbegebiet Vahldorf, um die Zufahrt der Ohrebusse zu gewährleisten sowie die Ortsdurchfahrten Groß Ammensleben und Meseberg“, ist von Schimka zu erfahren. Bei diesen Straßen handelt es sich um Gemeindestraßen. Die Verbindungswege zwischen den Ortschaften liegen als Landes- und Kreisstraßen in den Händen der Straßenmeisterei.

Weitere Dringlichkeit genießen die Feuerwehr- sowie Schul- und Kita-Zufahrten. Es folgen die Zufahrten weiterer öffentlicher Einrichtungen sowie Kreuzungen und Straßen mit hohem Verkehrsaufkommen.

Beräumung ab 5 Uhr

Die Beräumung erfolgt durch acht Mitarbeiter des Betriebshofs. Dafür stehen ihnen zwei Kommunaltraktoren sowie ein Radlader mit Räumschildern und Streubehältern und ein LKW mit Streugutaufsatz zur Verfügung. Neu angeschafft hat der Betriebshof zudem ein Streugerät, das an einen Transporter angehängt werden kann. Und „was mit den Maschinen nicht erledigt werden kann, ist dann Handarbeit“, so Schimka.

Bereits am Tag zuvor werden das Wettergeschehen und die Prognosen genau im Auge behalten. Dabei helfen unter anderem der Wetterdienst und die Unwetterwarnungen der ÖSA sowie die Leitstelle des Landkreises. Werden Schnee und Glätte vorausgesagt, so beginnt die Beräumung laut Körtge gegen 5 Uhr morgens.

Sollte gar ein extremer Winter mit viel Schnee drohen, so kann der Betriebshof auch auf die Unterstützung einiger Landwirtschaftsbetriebe zählen. „Das ist aber in einem durchschnittlichen Winter nicht nötig“, so Körtge. Das letzte Mal habe man vor sechs Jahren diese Hilfe in Anspruch nehmen müssen. Komme es jedoch zu extremen Fällen von Blitzeis, so könne auch der Winterdienst nicht ausrücken, „um die Mitarbeiter selbst nicht zu gefährden“, wie Schimka erklärt.

Vorbereitung wichtig

Nach einem überstandenen Winter folgt nach Aussagen des Bauamtsleiters je nach Wetterlage, zumeist aber gegen Mitte März eine gewissenhafte Straßenreinigung, um die Streugutüberreste von den Fahrbahnen zu entfernen.

Auch wenn es noch in den Sternen steht, ob und in welchem Ausmaß winterliche Bedingungen in den kommenden Wochen herrschen werden, zeigt man sich im Betriebshof zuversichtlich. „Wir nehmen es, wie es kommt. Wir sind auf alles eingestellt und vorbereitet“, resümiert Körtge und bittet abschließend die Bürger, Verständnis zu zeigen, dass der Winterdienst nicht alle Zufahrten und Verkehrswege gleichzeitig beräumen kann.