Fördermittel

Wolmirstedter hoffen auf Geld aus Brüssel

Europäisches Geld hat in Wolmirstedt schon oft geholfen, Neues zu schaffen oder Altes zu erhalten. Künftig sind weitere Projekte geplant.

Von Gudrun Billowie
Das Dach des Kirchenschiffes der Katharinenkirche bedarf dringend einer Sanierung. Leader-Mittel sollen helfen.
Das Dach des Kirchenschiffes der Katharinenkirche bedarf dringend einer Sanierung. Leader-Mittel sollen helfen. Foto: Gudrun Billowie

Wolmirstedt - In der Elbeuer Kirche, im Dorfteich Mose, auf Webers Hof und im Bahnhofsgebäude stecken europäische Gelder. Die stammen aus dem Leader-Topf, dessen finanzieller Inhalt dafür sorgen soll, dass der ländliche Raum lebenswert bleibt. Um die Verteilung der Gelder in und um Wolmirstedt kümmert sich die Lokale Aktionsgruppe Colbitz-Letzlinger Heide.

Die plant, auch in den kommenden Jahren Gelder für die Region zu akquirieren. Wolmirstedt möchte unter anderem einen Treppenlift und Audioguides fürs Museum anschaffen, das Dach der Katharinenkirche reparieren, mit Sonnensegel und drei Bäumen für Schatten im Schwimmbad sorgen sowie einen Matschplatz einrichten, den Kirchplatz neu gestalten und eine Machbarkeitsstudie für einen Generationenspielplatz in Auftrag geben. Doch gleichzeitig muss sich die Lokale Aktionsgruppe neu erfinden.

Die Landesregierung will künftige Leader-Aktionsgruppen nur dann genehmigen, wenn sie eine juristische Person darstellen, beispielsweise als Verein agieren. Kommunale Akteure sollen nicht die Mehrheit in diesem Verein bilden, wichtig sei, das Wirtschafts- und Sozialpartner mitbestimmen, für welche Projekte Geld ausgegeben wird.

Vereine sind mit dabei

„Bereits in der jetzigen lokalen Aktionsgruppe sind Wirtschafts- und Sozialpartner zu über fünfzig Prozent vertreten“, sagt Vorsitzende Erika Tholotowsky. Dazu gehören unter anderem das OK-Live-Ensemble und der Tourismusverband Colbitz-Letzlinger Heide.

Diese Partner wollen auch künftig zusammen arbeiten. Auch die bisher zugehörigen Gemeinden Wolmirstedt, Barleben, Niedere Börde sowie Gemeinden der Verbandsgemeinde Elbe-Heide wollen weiterhin unter der großen Überschrift „Colbitz-Letzlinger Heide“ eine Leader-Region definieren. Die Stadt- und Gemeinderäte müssen zustimmen.

Die Vereinsbildung soll im zweiten Halbjahr 2022 abgeschlossen sein. Dann kann der Verein die Aufträge für Leader-Maßnahmen selbst ausschreiben, EU-weit und gerichtssicher, außerdem haftet er für die ordnungsgemäße Verwendung der Fördergelder. Bis der Verein gegründet und arbeitsfähig ist, beantragen Kommunen oder Landkreise diese Fördermittel, erarbeiten eine Entwicklungsstrategie.

Über 180 Millionen Euro stehen Sachsen-Anhalt in der Förderperiode 2021 bis 2027 aus der Europäischen Union zur Verfügung, fast 50 Millionen Euro mehr, als im vorherigen Zeitraum.

Projekte werden gefördert

Gelder aus dem europäischen Leader-Programm können Kirchen, Vereine, aber auch Privatpersonen beantragen. Gefördert werden unter anderem Klimaschutz-Projekte, Dorferneuerung, Projekte mit dem Schwerpunkt Kulturerbe, Vernetzung von Stadt und Land oder auch die Arbeit mit regionalen Erzeugnissen.

Leader steht für das französische „Liaisons Entre les Actions de Developpement de l' Economie Rurale“, auf deutsch heißt das etwas sperrig: Verbindungen zwischen Maßnahmen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft.

Drei Töpfe gibt es unter der großen Überschrift Leader. Ein Topf dient - grob gesagt - der Landwirtschaft und Entwicklung des ländlichen Raums, der zweite dem Sozialen und der dritte der regionalen Entwicklung. Auch fondsübergreifende Ansätze sind möglich. Genaue Informationen gibt es auf der Internetseite Sachsen-Anhalts.