Steckby l Lange gewartet haben Herma und Ulrich Michelsen, ob sich in diesem Jahr ein Storchenpaar für das Nest auf der Scheune der Storchenmühle in Steckby findet. Ein Storch war mal da, aber auch wieder weg. Am 5. Mai ließ sich ein Verlobungspaar auf dem Nest nieder. „Sie waren beide sehr unsicher“, schilderte Herma Michelsen ihre Beobachtungen. Und sie waren wohl auch noch nicht bereit, sich um das Brutgeschäft zu kümmern.

14 Tage lang waren die beiden jedoch ein Vorzeigetraumpaar, eng aneinander, taten alles genau gleich. Plötzlich war das Weibchen weg. Er kam jeden Morgen um die gleiche Zeit, um zu schauen. Nach weiteren 14 Tagen erschien wieder ein Weibchen. Ob es der vorherige Vogel oder eine neue Dame war, kann man nicht genau sagen. Beide Tiere sind unberingt. Auf jeden Fall erwies er sich keinesfalls als Gentleman oder hingebungsvoller Partner. Immer wieder wurde sie vom Nest geschubbst. „Er hat sie sogar mit dem Schnabel am Hals gegriffen und geschüttelt“, so Herma Michelsen. Sie schaffte es irgendwie, das Nest zu erobern. Sobald er sie packen wollte, fing sie an zu klappern. Da ließ er ab und musste mitklappern. Ein heftiges Gezanke gab es manchmal.

Wieder 14 Tage später war das Weibchen erneut verschwunden, er kam immer wieder. Die beiden sind immer in der Nähe, sind sich die Michelsens sicher. Inzwischen lassen sie sich von Zeit zu Zeit sehen. Auch als eines Tages der Storchenvater Dr. Christoph Kaatz aus Loburg vorbeischaute, flog ein Storch ein. Sitzt er auf dem Nest, kann es schon mal sein, dass sie irgendwo von gegenüber laut spektakelt. Nur manchmal sitzen die beiden einträchtig zusammen. Dass es seltsame Beziehungen unter Störchen gibt, das konnte der Storchenvater den Michelsens nur bestätigen.

Fest steht, dass das streithafte Paar den Kontakt zum Nest hält und es bewacht und sofort auftaucht, wenn sich ein fremder Storch nähert. Recht turbulent geht es also in diesem Jahr an der Storchenmühle zu. Auch ist das Paar sehr empfindlich, wenn Cafégäste, ja selbst die Bewohner, sich zu sehr nähern oder zu laut sind. Das war bei dem früheren Storchenpaar, das 25 Jahre auf dem Scheunendach der Storchenmühle nistete, nicht so. Die ließen sich nicht so schnell stören und waren gut zu beobachten. Es ist in dieser Saison eher Glückssache beim Kaffeetrinken auf der Terasse die Störche zu sehen. Aber vielleicht ist das Paar schon im nächsten Jahr bereit, für Nachwuchs zu sorgen. Das Café ist immer von Donnerstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet.