Zerbst l Als Rastplatz zwischen Fläming und Elbe, der wesentlich mit der jüngeren Geschichte der Stadt verbunden ist, charakterisierte Bürgermeister Andreas Dittmann die Begegnungsstätte auf dem Zerbster Flugplatz. Einst Wehrmachtskomplex übernahm später die sowjetische Armee das Areal. Nach der Wende und dem Rückzug der russischen Soldaten stellte sich die Frage der Nachnutzung. Da „haben wir erlebt, was Bürgerwille bewegen kann“, spielte Dittmann auf die Verhinderung einer großen Schweinemastanlage an.

Stattdessen sollte ein zukunftsweisendes Projekt Gestalt annehmen: der Energiepark der Getec Green Energie. Das Unternehmen saß auch mit im Boot, als die Idee eines Informationszentrums entstand. Als tatkräftiger Kooperationspartner konnten zudem das Gymnasium Francisceum und das VHS Bildungswerk gewonnen werden. Gemeinsam mit der Stadt unterzeichneten sie vor einem Jahr eine Vereinbarung, um das Gelände zu gestalten, das zur Einweihung am Sonntag hunderte interessierte Besucher anlockte.

Kran richtet Windanlage auf

Dort, wo einst Kampf-Jets parkten, beobachteten sie von einem Aussichtspunkt aus, wie ein mächtiger Kran in Zeitlupe die Rotorblätter der dritten von zehn Windkraftanlagen in die Nabenhöhe von 142,5 Meter hinaufzog. Kurz darauf wurde einer der insgesamt sieben Bäume gepflanzt, mit denen die Eröffnung der Begegnungsstätte besiegelt wurde. Es handelte sich um eine von der Stadt gesponserte Rosskastanie, dem „Baum des Jahres 2005“. Nach und nach werden diese seit 1989 ausgerufenen Jahresbäume hier in die Erde gesetzt, auf Tafeln ist nicht nur Näheres über das jeweilige Gewächs zu erfahren, sondern ebenfalls zur Historie des Flugplatzes, den erneuerbaren Energien und besonderen Ereignissen.

Bilder

Davon konnten sich die vielen Gäste genauso ein Bild machen wie bei einer Kremserfahrt vom Energiepark. Eine einzigartige Perspektive auf das Geschehen von oben ermöglichten die Piloten des ebenfalls ansässigen Luftsportvereins mit den angebotenen Rundflügen. Auch die hiesigen Flugmodellsportler stellten sich vor, während die Ortsfeuerwehren Garitz/Bornum sowie Deetz und Straguth/Badewitz mit ihren Löschfahrzeugen anrückten. Ein Megakicker sorgte für reichlich Spaß bei allen Fußballfans, bevor als abschließender Höhepunkt des sonnigen Einweihungstages ein ökumenischer Gottesdienst stattfand.