Bitterfeld l Der Anhalt-Bitterfelder Landrat Uwe Schulze (CDU) hat Morddrohungen erhalten. Ein Mann hatte offenbar angekündigt, den Landrat zu erschießen. Auch Mitarbeitern seiner Verwaltung wurde Gewalt angedroht. Die Drohungen gegen den Landrat und seine Mitarbeiter bestätigt Maik Strömer, Sprecher der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost. „Ein Mann hat direkt im Landratsamt am Standort Bitterfeld angerufen und seine Drohungen ausgesprochen“, berichtet Strömer auf Nachfrage.

Mann gilt als psychisch krank

Daraufhin haben die Verwaltungsmitarbeiter die Polizei alarmiert. „Die Kollegen sind sofort dorthin gefahren und haben eine Gefährdungsanalyse durchgeführt“, erklärt Strömer weiter. Vor Ort konnten die Beamten Entwarnung geben. „Es wurde nichts gefunden.“ Der Mann sei polizeilich bekannt, so Strömer am Telefon. „Er ist bereits mit ähnlichen Delikten aufgefallen und vorbestraft.“ Er gelte als psychisch krank, aber „das ist noch nicht amtlich bestätigt“, schließt er an.

Landrat Uwe Schulze will nun Anzeige wegen Bedrohung erstatten. „Ich nehme die Angelegenheit ernst, lasse mich davon aber nicht beeindrucken.“ Es war nicht die erste Morddrohung, die der Kreischef erhalten hat – der Anrufer ist offenbar immer derselbe. In der Verwaltung ist dieser kein Unbekannter, und er terrorisiert seit Jahren nicht nur dort die Mitarbeiter. „Seit etwa zehn Tagen gibt es Anrufe, in denen er nun vor allem mir mit dem Tod droht“, so Schulze. „Ich habe da ein dickes Fell. Was mich am meisten empört, ist, dass er meine Mitarbeiter beleidigt und bedroht. Da ist für mich Schluss mit lustig.“

Landrat Schulze will auf Polizeischutz verzichten. Er drängt aber darauf, nun verstärkt rechtliche Mittel zu prüfen und durchzusetzen, um die massiven Bedrohungen zu beenden. „Verrückt sein ist nicht verboten. Aber die Vorfälle haben eine Dimension erreicht, die nicht mehr hinnehmbar ist. Der Mann ist krank, er braucht Hilfe.“