Zerbst/Gommern l „Mein Sohn ist Azubi und pendelt täglich zwischen Lübs und Magdeburg“, erzählt Susann Baumgart am Mittwoch am Telefon. Dazu nutze er die Deutsche Bahn (DB). Doch am Mittwochmorgen sei der erste Zug ausgefallen und der nächste endete unerwartet in Gommern mit dem Hinweis, dass es von dort per Schienenersatzverkehr weiter nach Magdeburg gehe.

Langes Warten

„Aber auch ein Bus kam nicht. Die Reisenden standen ohne Informationen Ewigkeiten am Bahnhof Gommern. Niemand konnte sagen, was los ist oder wann es weiter geht“, schildert die Lübserin.

Der Azubi rief schließlich seine Mutter an, die ihn mit dem Auto wieder nach Hause holte. „Das kostete meinem Sohn am Ende einen Tag Urlaub, den er noch stundenlang bei der DB verplempert hat“, ärgert sich Susann Baumgart. Allerdings seien ständig Güterzüge gefahren, was das alles noch unverständlicher mache.

„Zunächst möchten wir uns bei der Familie und den Reisenden für die Unannehmlichkeiten entschuldigen“, schreibt Erika Poschke-Frost, Pressesprecherin der DB-Regio in Leipzig auf Volksstimme-Nachfrage.

Liegengebliebener Zug

Am 11. April sei es durch einen liegengebliebenen Güterzug im Bereich Magdeburg-Biederitz und einer Signalstörung in Königsborn zu Einschränkungen im Zugverkehr zwischen Dessau und Magdeburg gekommen.

Die RB 16472, Abfahrt in Lübs (bei Zerbst) 5.41 Uhr sei pünktlich abgefahren und dann ab Königsborn bis Magdeburg ausgefallen. „Der nächste Takt, RB 16474 ist mit 50 Minuten Verspätung dann wegen der genannten Störung nur bis Gommern gefahren“, erläutert die Pressesprecherin.

Es sei ein Busersatzverkehr zwischen Gommern und Magdeburg organisiert worden, da der Streckenabschnitt wegen der Störungen nicht befahren werden konnte. Der erste Bus sei etwa 7.45 Uhr ab Magdeburg und 8.20 Uhr ab Gommern gefahren. „Den Hinweis zur fehlenden Information haben wir zur Auswertung in den Fachdienst gegeben“, schreibt Poschke-Frost weiter.

Auch Wolfgang Ball, Pressesprecher der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (NASA) bestätigt die Störung. „Wir bedauern, dass die Reisenden unzureichend oder überhaupt nicht informiert wurden“, sagt Ball am Telefon. Er werde dies mit den Verantwortlichen der Bahn auswerten, verspricht Wolfgang Ball. „Wir sind auch sehr dankbar für Hinweise dieser Art die wir durch die Reisenden erhalten“, betont der NASA-Sprecher.

Die Reparatur der Störung der Signalanlage in Königsborn habe etwa bis Mittag gedauert. Die Strecke sei ab 12.40 Uhr insgesamt wieder regulär befahrbar gewesen.

Wieso allerdings Gütergüge auf der Strecke waren, dazu machte die Bahnsprecherin keine Angaben.

Wegen der Unannehmlichkeiten empfiehlt Poschke-Frost sich zur weiteren Klärung hier zu wenden.