Zerbst l Einen Monat früher als geplant konnte die Vollsperrung der Lusoer Straße gestern Mittag wieder aufgehoben werden. Kurz darauf rollte auch schon der Verkehr über die frisch asphaltierte Fahrbahn, die fortan beidseitig von gepflasterten Gehwegen gesäumt wird. Parkbuchten im südöstlichen Bereich sorgen für zusätzliche Stellflächen, der Radfahrstreifen für mehr Sicherheit.

Bescheid kam im Frühjahr

„Wir können mit dem Ergebnis sehr zufrieden sein“, sagte Bürgermeister Andreas Dittmann beim obligatorischen Banddurchschnitt zur Freigabe der Lusoer Straße. Er erinnerte an die „gefühlten Jahrzehnte“, die sich der grundhafte Ausbau der wichtigen Verbindungsstrecke zwischen Bundesstraße 184 und Zerbster Innenstadt hingezogen hat. Immer wieder scheiterte das Vorhaben an nicht bewilligten Fördermitteln und geänderten Zuständigkeiten. Im vergangenen Frühjahr schließlich traf der herbeigesehnte Bescheid in der Stadtverwaltung ein. „Ohne wäre es für uns nicht realisierbar gewesen.“ Das betonte Dittmann noch einmal mit Blick auf den Eigenanteil der Stadt in Höhe von knapp 683.000 Euro, wovon rund 360.000 Euro bezuschusst werden. So konnte die umfangreiche Investition endlich angegangen werden.

Entwässerungsproblem gelöst

Am 27. September 2017 fiel der Startschuss für das Gemeinschaftprojekt im Gesamtvolumen von etwas mehr als einer Millionen Euro. Neben der Stadt saßen bei diesem Projekt ebenfalls der Abwasser- und Wasserzweckverband Elbe-Fläming sowie die Zerbster Stromversorgung und die Gasstadtwerke mit im Boot. Denn nicht nur Gehwege und Fahrbahn sollten auf einer Länge von knapp 500 Metern erneuert werden. Die Tiefbauarbeiten wurden ebenfalls genutzt, um das Entwässerungsproblem zu lösen. Es erfolgte die Verlegung eine Regenwasserkanals, aber auch ein neuer Schmutzwasserkanal erstreckt sich nun unter der Straße. Die vorhandene Gasleitung wurde auf einer Länge von 200 Metern instandgesetzt, die existierende Stromleitung ebenfalls teilweise erneuert. „Auch die Telekom hat die Maßnahme genutzt“, zeigte Dittmann auf die grauen Schaltkästen, die nun Hoffnung auf schnelle Internetverbindungen machen.

„Als Anwohner habe ich die Baumaßnahme live miterleben können“, blickte der Bürgermeister vor allem auf die heißen Sommermonate zurück. In praller Sonne sei da gearbeitet worden. So konnte das Projekt, das sich anfangs durch die archäologische Grabung um vier Wochen verzögert hatte, letztlich doch vorzeitig fertiggestellt werden. Unterm Strich hätten sie acht Wochen rausgeholt, konstatierte Dittmann.

47 Bäume gefällt

Was noch aussteht, sind die Ersatzpflanzungen. Zum Auftakt des grundhaften Ausbaus waren an beiden Straßenseiten insgesamt 47 Bäume gefällt worden. Ursprünglich sollte sich dem Gehweg auf der südlichen Seite eine Grünfläche anschließen, in welche die neuen Bäume gesetzt werden sollten. Dieser Plan wurde jedoch auf Wunsch der Anwohner umgeworfen. Die Neupflanzung der Linden – eine andere Baumart lehnte der Kreis ab – soll im Oktober erfolgen und zwar zwischen den Parkbuchten und entlang der Friedhofsmauer, wo eine spezielle Wurzelschutzfolie wegen der dort verlaufenden Gasleitung eingezogen wurde.

Planerisch betreut wurde das komplexe Projekt vom Ingenieurbüro Wasser und Umwelt aus Zerbst. Sobald die Gesamtabrechnung vorliegt, kann auch gesagt werden, was die anliegenden Grundstückseigentümer noch anteilig neben der bereits erfolgten Vorausleistung zahlen müssen.