Walternienburg l Den ersten Sommer hat sie schon erlebt, die junge Stieleiche, die am Damm, am Weg zur Walternienburger Burganlage steht. Im April während der ersten Pandemiewelle haben die Walternienburger Burgschützen vom Verein Milvus den mehr als zwei Meter hohen Baum, der inzwischen schon „Burgschützeneiche“ oder „Milvuseiche“ genannt wird, pflanzen lassen.

Die Bogensportler um den Vereinsvorsitzenden Heiko Block hatten sich zu der Zeit Gedanken gemacht, im Angesicht der Pandemie ein Zeichen zu setzen. Sie wollten etwas machen für den Verein und für alle anderen. Sie wollten ein Zeichen setzen, dass es weiter geht – mit einem Baum, der wächst, als Symbol. Dafür wurde gespendet.

In Abstimmung mit der Stadt und der Ortschaft konnte der Standort gefunden werden. Ein Platz, wo er von Einheimischen und Besuchern wahrgenommen wird. Ein Baum der später einmal Schatten spenden und erinnern wird. Auf der Heinrichsbank daneben lässt es sich verweilen mit dem Blick zur Burg und über die Elbaue.

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Eiche soll Zuversicht geben

Die ganze Aktion sollte nun noch mit einer kleinen Tafel abgerundet werden. Diese wurde jetzt von einigen Vereinsmitgliedern im Beisein des Walternienburger Ortsbürgermeisters Jörg Hausmann enthüllt. Heiko Block hatte sich dazu seine Worte gut überlegt. Die Eiche als Symbol der Stärke soll den Menschen Hoffnung und Zuversicht vermitteln. Der Baum soll symbolisch die Kraft bringen, um Corona zu überwinden. In seinem Schatten sollen die Menschen auftanken.

Heiko Block verwies auf die alten Germanen, die an Götter glaubten, die Mann und Frau aus angeschwemmtem Holz schufen und an Babys, die von den Bäumen geholt wurden anstatt sie der Storch brachte. „Es sind Kraft, Mut und Glaube, die Berge versetzen“, so Heiko Block. Die Stieleiche als robuster Baum soll ein zuverlässiger Gefährte werden, dem man ein gutes Gedeihen wünschte.

An die Corona-Pandemie im Frühjahr 2020, die mit dem Lockdown einherging, wird die Eiche einmal nachfolgende Generationen erinnern. Da waren plötzlich andere Werte gefragt, Nachbarschaftshilfe und Engagement zählten, ein neuer Zusammenhalt entwickelte sich, lange vermisstes Gemeinschaftsgefühl.

Dank an die Bogenschützen

„Ich kann mich nur ganz laut freuen, dass es einen Verein gibt, der das Allgemeinwohl so im Blick hat“, sagte Jörg Hausmann, „solches bürgerschaftliches Engagement ist ausdrücklich erwünscht.“ Viele Nachahmer wären wünschenswert, so Jörg Hausmann.

Aber auch andere Ideen sind gefragt. Der Ortsbürgermeister denkt dabei auch schon an das Ortsjubiläum. 1050 Jahre Walternienburg sollen im Jahr 2023 gefeiert werden. Da ist die Mitarbeit aller gefragt. Jörg Hausmann rechnet da auf jeden Fall mit den Walternienburger Burgschützen, dass sie sich mit einbringen werden. Es gebe nicht so viele, die so engagiert seien, wie die Bogenschützen, sie gingen mit gutem Beispiel voran. Jörg Hausmann dankte noch einmal für die tolle Idee mit dem Baum und sprach Heiko Block und seinen Mitstreitern ein großes Lob aus.

Der kleine Verein wurde im Januar 2004 gegründet. Man wollte die Tradition und Geschichte der Burg- und Bogenschützen lebendig werden lassen. Vier Jahre später gab es Abspaltungen und der Verein stand kurz vor der Auflösung. Einige Mitglieder retteten den Verein und formierten sich 2009 neu. Seither ist eine erfolgreiche Entwicklung zu verzeichnen.

Die Mitglieder nehmen an zahlreichen Wettkämpfen teil und organisieren eigene. Auf Festen und anderen Veranstaltungen sind die Bogenschützen vertreten, präsentieren sich, bringen Interessenten das Bogenschießen näher und sind ebenso sozial engagiert.