Zerbst l Der Wohnblock Weinberg 4 wurde zwischen September 2014 und dem Herbst 2017 komplett saniert, innen sowie auch außen. Die Arbeiten sind abgeschlossen doch einige Mieter des Hauses sind sauer, nicht weil sie jetzt sanierte Räume bewohnen, sondern weil sich Diebstähle und Kellereinbrüche in dem Mehrfamilienhaus häufen.

Mehrere Dinge gestohlen

„Immer wieder wird in Kellern eingebrochen oder es wurde während der Sanierungsarbeiten Werkzeug gestohlen“, ärgert sich Dietmar Fischer. Bei einem Einbruch sei beispielsweise eine Kellerzugangstür beschädigt worden, die trotz mehrerer Schreiben an den Vermieter, der Bau- und Wohnungsgesellschaft Zerbst (BWZ), noch immer nicht repariert sei.

„Und der Einbruch ist schon Monate her“, sagt Fischer. Zuletzt seien ein E-Bike und ein Rollator gestohlen worden. Mehr als 70 Wohneinheiten sind nach der Komplettsanierung in dem Mehrfamilienhaus entstanden, die Mehrzahl davon bewohnt.

Delikte haben sich fast verdoppelt

Ein weiteres Ärgernis: „Einige Mieter schließen die Tür beim Kommen und gehen nicht wieder vorschriftsmäßig, auch abends und nachts wird teilweise nicht wieder abgeschlossen“, so Dietmar Fischer.

Tatsächlich haben sich die Diebstahlsdelikte am Weinberg 4 gegenüber 2016 fast verdoppelt. „Im Jahr 2016 wurden vier Diebstähle angezeigt“, erklärt Michael Däumich, Sprecher des Polizeireviers Anhalt-Bitterfeld in Köthen.

2017 seien es fünf Anzeigen gewesen. „In diesem Jahr waren es dann bis zum 19. Juli bereits sieben Anzeigen“, sagt der Polizeisprecher. Das seien die Vorfälle, die auch angezeigt wurden. Ob es weitere Diebstahlsdelikte gebe, die der Polizei nicht gemeldet wurden, könne er natürlich nicht sagen.

„Durch die umfangreichen Sanierungsarbeiten entstand im Weinberg 4 in den letzten Jahren erhöhte Frequenz, nicht zuletzt auch durch die vermehrte Vermietung“, schreibt Daniela Kock, Geschäftsführerin der BWZ auf Nachfrage.

Mit der Sanierung des Gebäudes sei in diesem Jahr auch die Hauseingangssituation komplett erneuert worden. Die Zugänge über die Kellertüren seien bereits im Jahr 2014 ausgetauscht worden.

„Dadurch entstand eine verbesserte Sicherheitssituation. Die hier benannte Tür ist eine innenliegende Kellertür, die speziell den Zugang für einen Abstellraum für Rollstühle regelt“, erklärt Kock.

Schließsystem soll ausgetauscht werden

Man könne als Vermieter nicht steuern, welcher Mieter wem Zugang zum Gebäude gewährt. „So waren die Bauarbeiten im Jahr 2015 nicht Ursache der Einbrüche“, so die Geschäftsführerin. Alle Einbrüche seien innenliegend, nachdem Besuchern Zugang zum Gebäude gewährt wurde, erfolgt.

„Es ist daher zwingend notwendig, alle Türen – auch tagsüber – verschlossen zu halten und nur berechtigten Personen Einlass zu gewähren. Hierfür müssen allein die Mieter Sorge tragen“, betont Geschäftsführerin Daniela Kock.

Die BWZ habe bereits den nochmaligen Austausch des Schließsystems geplant. Dieser werde in Kürze ausgeführt. „Somit ist von unserer Seite, als Vermieter, alles getan, was zur Verbesserung der Situation möglich war. Mehrere Schreiben liegen in unserem Hause hierzu nicht vor“, schreibt die Geschäftsführerin abschließend.