Kohleausstieg

Fließen Kohlegelder ins Kloster?

Rund um Zerbst rollten zwar nie die Tagebaubagger. Dennoch könnte die Stadt finanziell vom Kohleausstieg bis 2038 profitieren.

Zerbst l Nachhaltig prägte der Braunkohleabbau die Region um Bitterfeld. Riesige Bagger wühlten sich dort einst tief durchs Erdreich. Das ist der Grund, weshalb der Landkreis Anhalt-Bitterfeld nun zu jenen Kommunen gehört, die von der Energiewende und dem damit einhergehenden Strukturwandel profitieren sollen. Mit rund 40 Milliarden Euro unterstützt der Bund bis 2038 Investitionen in den ehemaligen deutschen Kohlerevieren. Davon kann Sachsen-Anhalt 1,68 Milliarden Euro selbst vergeben.
Als eine der kreisangehörigen Gemeinden hofft die Stadt Zerbst, ebenfalls Gelder zu erhalten, wobei „eine Förderquote winkt, die wir so nicht wieder kriegen“, wie es Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) im Haupt- und Finanzausschuss ausdrückte. Auf 100 Prozent beläuft sich der Zuschuss für 2021, ab 2022 immerhin noch auf mindestens 90 Prozent. Sogar von bis zu 95 Prozent sprach Dittmann mit Blick auf das kommende Jahr, für das die Stadt aufgerufen wurde, Projektideen einzureichen.
Als „Tücke“ bezeichnete er, dass die in Frage kommenden Maßnahmen bereits eine gewisse Planungsreife haben müssen. Denn insofern diese als förderfähig eingestuft werden und in die Auswahl zur Antragstellung kommen, ist dem Fördermittelantrag eine Entwurfsplanung zu Grunde zu legen, wie der Rathauschef ausführte.