Zerbst l Nach Informationen der Volksstimme gibt es seit einiger Zeit Probleme mit der Sporthalle des Francisceums in Zerbst-Nord am Wegeberg. Demnach kann aus Sicherheitsgründen der Sportunterricht nur noch eingeschränkt durchgeführt werden.

„Schülerinnen und Schüler sowie andere Eltern haben mir berichtet, dass Ballspiele nicht mehr oder ebenfalls nur eingeschränkt in der Halle möglich sind “, schildert Jens Wernecke am Telefon die Situation. So würden Teile von Mauersteinen von der Wand abplatzen und auf den Hallenboden fallen, wenn Bälle an die Wand prallen. „Die Wände sind nicht verputzt, sondern nur verfugt. So platzen Teile der etwa 30 mal 20 Zentimeter großen Steine ab, wenn Bälle gegen die Wand geschossen werden“, sagt Wernecke, der selbst Vater einer Schülerin ist.

Halle muss mehr aushalten können

Dabei sei die Halle erst wenige Jahre alt. „Es kann doch nicht sein, dass bei einem Neubau schon nach vier Jahren die Steine von der Wand bröckeln, wenn ein Ball gegen die Wand geschossen wird. „Das muss eine solche Halle doch aushalten. Es handelt sich schließlich um eine Sporthalle“, sagt Jens Wernecke.

Und es passiere nichts: „Seit Wochen warten wir auf Informationen, wann der Schaden endlich beseitigt wird und die Sporthalle wieder uneingeschränkt nutzbar ist“, ärgert sich Jens Wernecke.

Elternbeirat empört

Auch der Elternbeirat ist alles andere als erfreut über die Bedingungen derzeit in der Sporthalle. „Im Mai sind die ersten Steinbrocken abgeplatzt, jetzt haben wir November“, ist die Elternbeiratsvorsitzende Manuela Hertel verärgert. Sportunterricht nach Lehrplan sei so gar nicht möglich. „Und die Gefahr besteht weiterhin, dass Steinbrocken abplatzen und runterfallen. Es muss doch möglich sein, innerhalb von sechs Monaten den Schaden beseitigen zu lassen“, moniert die Elternbeiratsvorsitzende Manuela Hertel.

Auch der Vereinssport kann nur bedingt beziehungsweise eingeschränkt durchgeführt werden. „Das Trainieren auf dem Kleinfeld von Wand zu Wand ist derzeit nicht möglich“, sagt Carsten Straube, Trainer und Presseverantwortlicher der Sektion Basketball des Turnvereins „Gut Heil“, die in der Halle trainieren. Stattdessen nutzten die Basketballer zur Zeit das Großfeld. „Hier werden die Körbe von der Decke herabgelassen und Wände sind so nicht in der Nähe, wo der Ball gegen prallen könnte“, erläutert Straube.

Schule äußert sich nicht dazu

Die Schulleitung des Gymnasiums Francisceum findet die derzeitige Situation in der Sporthalle ebenfalls unbefriedigend, wollte sich dazu allerdings nicht weiter äußern.

Eigentümer der Sporthalle sind die Anhalt-Bitterfelder Kreiswerke, die das Objekt an den Landkreis Anhalt-Bitterfeld vermietet haben. „Der Betreiber ist der Landkreis Anhalt-Bitterfeld mit allen Rechten und Pflichten“, schreibt Kreiswerke-Geschäftsführer Hartmut Eckelmann auf Volksstimme-Nachfrage kurz und knapp.

Landkreis bestätigt Schaden an Sporthalle

Der Landkreis bestätigt derweil den Schaden an der Sporthalle. „Es ist richtig, dass Abplatzungen aus dem Mauerwerk erfolgt sind“, schreibt Udo Pawelczyk, Pressesprecher in der Landkreisverwaltung. Dazu habe es unter Beteiligung von Mitarbeitern des Landkreises und der Anhalt-Bitterfelder Kreiswerke einen Vor-Ort-Termin gegeben.

„Derzeit werden Angebote zur Beseitigung des jetzigen Zustandes eingeholt. Es ist weder der Sportunterricht noch der Vereinssport untersagt“, betont Pawelczyk. Es sei lediglich darauf hingewiesen worden, etwas umsichtig mit den Bällen umzugehen. Eine Gefahr bestehe nicht.

„Die Gewährleistungsfrist ist abgelaufen. Im Vorfeld konnte auch nicht erkannt werden, dass ein solcher Mangel auftreten könnte“, erläutert der Landkreissprecher. Eigentümer der Sporthalle seien die Anhalt-Bitterfelder Kreiswerke. „Der Landkreis ist Mieter, Nutzer und bewirtschaftet auch die Halle. Nach Vorliegen und Auswertung der Angebote soll schnellstmöglich mit der Realisierung der Reparatur begonnen werden“, so Pawelczyk.

Baumangel liegt vor

Auf die Frage, ob die Landkreisverwaltung im Bezug auf den Ablauf der Gewährungsfrist von einem Baumangel ausgeht, antwortet der Landkreissprecher: „Ja, wir gehen von einem Baumangel aus.“

Die Zweifeld-Sporthalle für das Zerbster Francisceum wurde am 26. Oktober 2015 ihren Nutzern, den Schülern und Lehrern des Gymnasiums, übergeben. Kalkuliert war das Projekt mit 2,4 Millionen Euro. Die Anhalt-Bitterfelder Kreiswerke – eine hundertprozentige Tochter des Kreises – waren die Bauherren und vermieten die Halle an den Landkreis.