Lindau l Mancher Autofahrer umkurvt die Gullys auf der Grünen Straße in Lindau kunstvoll. Denn die metallenen Abdeckungen der unter dem Asphalt liegenden Abwasserleitung haben nur selten die gleiche Höhe wie die Straße. Während der Autofahrer durchgeschüttelt wird, entsteht bei der Überfahrt auch ein Geräusch. Das nervt die Anwohner und trübt ein bisschen die ländliche Idylle, in der Lindau liegt.

Seit einiger Zeit beschäftigt sich die Landesstraßenbaubehörde bereits mit den Gullydeckeln auf der Landesstraße, die sich in Lindau durch die Kleinstadt ziehen. Immer wieder arbeite die Behörde an dem Problem, versichert Ortsbürgermeister Helmut Seidler. Noch seien die Arbeiten nicht abgeschlossen, bestätigt er den optischen Eindruck, der sich dem Autofahrer auch auf der Straße bietet. Die Arbeiten an den Gullys werden fortgesetzt, kündigt er an. Schritt für Schritt wolle die Landesstraßenbaubehörde die Lärmquellen beseitigen und die Problemstellen entsprechend reparieren.

Gullys mitten auf der Straßenbahn

Dass Gullydeckel immer wieder auf Straßen zu finden sind, liegt an den Planern der Abwasserleitungen. Gern wurden die in der Vergangenheit in der Straßenmitte verlegt. Damit ergab sich zu den Häusern auf beiden Seiten der Straße immer der gleiche Abstand und damit die gleichen Kosten für den Entsorger und für die Bürger. Aus heutiger Sicht wäre es vielleicht klüger gewesen, die Abwasserleitungen wären im Bereich eines straßenbegleitenden Fußweges verlegt worden. Das hätte den Anwohnern bei schlecht eingebauten Gullydeckeln jedenfalls viel Lärm erspart. In einigen Kommunen sei dies gemacht worden, damit die Deckel nicht auf der Fahrbahn liegen.

In Lindau ist es dafür nun allerdings zu spät. Die Leitungen sind längst verlegt und der Straßenbaulastträger muss sich nun darum kümmern, die permanenten Lärmquellen abzuschalten. Nicht immer reicht es allerdings, die Fahrbahn rund um den runden Gullydeckel zu erneuern. Mitunter ist der Aufwand größer, um die Lärmquelle abzustellen. Vor allem dann, wenn der Deckel nicht mit der Fahrbahn auf einer Höhe liegt.

Lärmquellen werden nach und nach beseitigt

Bis dahin hören die Anwohner weiter jede Achse von jedem Fahrzeug, welches auf der Straße unterwegs ist. Das sei schon nervig, räumt auch der Ortsbürgermeister ein. Doch er zeigt sich zuversichtlich, dass die Lärmquellen nach und nach abgeschaltet werden. Schließlich sei die Landesstraße in guter Hand und werde regelmäßig überwacht. Den Mitarbeitern fallen dabei kleine Veränderungen sofort auf. Anschließend reagiere die Landesstraßenbaubehörde zügig auf Probleme und behebe sie. Das sei der Unterschied zu den Kreisstraßen.

Über den Zustand der Kreisstraßen kann der Ortsbürgermeister wenig Lobendes sagen. Denn hier schiebt der Landkreis einen riesigen Investitionsstau vor sich her. Ganz in der Nähe von Lindau gäbe es noch gepflasterte Kreisstraßen, die in einem sehr schlechten Zustand sind.

Straßen in schlechtem Zustand

In der Vergangenheit hatte Helmut Seidler immer wieder mehr Investitionen in die Kreisstraßen in der Stadt Zerbst gefordert. Besonders im Blick hat er dabei die Verbindung nach Zernitz von Lindau aus. Die Straße sei in einem stetig schlechter werdenden Zustand. Die dem Landkreis zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln zum Neubau und zum Unterhalt des Straßennetzes sind allerdings begrenzt. Die Mittel reichen nicht aus, um mittelfristig das Problem zu beheben. So kann der Kreis nur Akzente setzen und kleine Teilstücke des großen Kreisstraßennetzes in der Stadt Zerbst sanieren.

Im ländlich geprägten Raum seien die Straßen aber wichtige Lebensadern für die Menschen, macht der Lindauer Ortsbürgermeister immer wieder klar. Dazu gehören für ihn nicht nur die Kreisstraßen, sondern auch das große Netz der ländlichen Wege. Auch das müsse in einem guten Zustand gehalten werden, damit es genutzt werden könne, meint er. Vor allem wichtig ist es ihm im Fall einer notwendigen Sperrung von wichtigen Verbindungen. Dann könnte der Verkehr über ländliche Wege beispielsweise noch laufen, setzt er sich ein. Deshalb sei es unverzichtbar, die Wege in einem guten Zustand zu halten. Dafür setzt er sich neben anderen Ortsbürgermeistern regelmäßig in den politischen Gremien des Stadtrates ein. Bei den Straßen und Wegen säßen alle in einem Boot und seien davon abhängig, dass die Verbindungen in einem guten Zustand seien, unterstreicht er seine Forderung.