Geste der Versöhnung Israelische Nachfahren von Holocaustopfern besuchen Zerbst - Bürgermeister schlägt Städtepartnerschaft vor
Die Städtepartnerschaft zwischen Jever und Zerbst wurde am 28. Juli 1990 in Zerbst besiegelt. Weitere Partnerstädte sind Puschkin/St. Petersburg in Russland und Nürtingen (Baden-Württemberg). Kommt nun auch eine Stadt aus Israel dazu?

Zerbst - Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) hat jüngst über den Besuch israelischer Gäste informiert, die aus Anlass des Holocaust-Gedenktages und dem Verlegen weiterer Stolpersteine in Zerbst weilten. Die Besucher, die auch Zerbster Schulen besucht haben, sind Nachfahren von Zerbster Juden, die während der Naziherrschaft vertrieben, verfolgt und ermordet wurden.
„Dass wir die Angehörigen in unserer Stadt begrüßen konnten, betrachte ich als eine besondere Geste der Versöhnung. Realistischer und persönlicher kann Geschichtsunterricht nicht sein“, machte Dittmann deutlich. Es seien ganz besondere emotionale Momente für die israelischen Gäste gewesen. Besuchten die Großeltern einst selbst das Francisceum.
Partnerschaft muss von den Menschen getragen werden
Im Rahmen des Besuches hat der Rathauschef mit den Gästen auch darüber gesprochen, nach einem Weg für eine Städtepartnerschaft mit einer israelischen Kommune entsprechend der Größe zu suchen. „Eine Idee, die von der Schulleiterin des Gymnasiums sehr begrüßt wurde, insbesondere einen Schüleraustausch zu initiieren und gemeinsame Begegnungen zu ermöglichen, ist der beste Weg der Verständigung“, betont Dittmann.
Auch die Zwölftklässler seien begeistert von der Idee gewesen, „auch wenn die nicht mehr davon profitieren werden. Das wird nicht von heute auf morgen gehen. Es ist am Ende auch ein Prozess des Wollens des Stadtrates. Ich möchte zumindest schon einmal ausloten, welche Stadt in Frage käme, wie die Rahmenbedingungen wären und wer an diesem Prozess mitwirken möchte. Am Ende muss solch eine Partnerschaft von den Menschen getragen werden“, blickte Dittmann in die Zukunft.