Zerbst l Kleinere Menschengruppen an der Haltestelle vor der Schwimmhalle an der Wolfsbrücke. Nachmittags ein durchaus übliches Bild, wenn die Schule aus ist und die Schüler auf die Busse warten. Doch neuerdings sind Jugendliche immer häufiger am Abend und vor allem am Wochenende dort zu sehen, berichten Anlieger. Was nicht weiter dramatisch wäre, wäre da nicht der Lärm und vor allem auch der Müll, von dem Besucher der Schwimmhalle am Sonnabendmorgen berichten können.

„Wir wissen von den Umständen vor Ort“, sagt Kerstin Gudella, Ordnungsamtschefin der Stadt Zerbst. Deshalb habe man auch schon extra Müllrunden eingeplant. „An speziellen Wochenenden, an denen Veranstaltungen Feste oder Jugendweihe stattfinden, gibt es auch am Sonntag eine zusätzliche Runde, bei der öffentliche Orte, von denen man weiß, dass dort Müll häufiger auftritt, angefahren und gereinigt werden. Dazu gehört auch der Platz vor der Schwimmhalle“, erklärt Gudella. Ansonsten werde die Runde auch immer montags absolviert, schließlich könne man die Stadtangestellten nicht jedes Wochenende rausschicken.

Ruhestörung

Wegen Ruhestörung vor der Schwimmhalle wurde das Ordnungsamt in diesem Jahr bisher zweimal gerufen. „Wir fahren natürlich hin, allerdings rufen wir dann zur Unterstützung die Polizei, denn wir bringen unsere Mitarbeiter, die allein unterwegs sind, nicht in Gefahr.“

Der Polizei ist der Platz ebenfalls bekannt. „Der Parkplatz erfreut sich auch deshalb großer Beliebtheit, da sich in unmittelbarer Umgebung eine Skaterbahn sowie ein Spielplatz befinden, die zwangsläufig einen gewissen Geräuschpegel mit sich bringen, der zusätzlich durch die baulichen Gegebenheiten potenziert wird“, erklärt Susann Dornfeld, Sprecherin beim Polizeirevier Anhalt-Bitterfeld.

Seitens der Stadt Zerbst seien vermehrt Beschwerden über das Verhalten der Jugendlichen vor der Schwimmhalle bei der Polizei eingegangen, kann sie bestätigen. „Daher wird der Bereich, in Abhängigkeit von der gegebenen Personalstärke, im Rahmen der polizeilichen Präsenzstreife mit einbezogen“, sagt sie.

Verursacher schwierig zu finden

Grundsätzlich unterstütze die Polizei das Ordnungsamt. Sei das Ordnungsamt bei Lärmbelästigung beispielsweise mal nicht vor Ort, übernehme die Polizei, die dann die Identität feststellt, Platzverweise ausspricht oder Bußgelder verhängt, zählt Dornfeld auf. Beim Antreffen größerer Gruppen sei es meist jedoch schwierig, den konkreten Verursacher ausfindig zu machen, erst recht, wenn zwischen Zeitpunkt der Mitteilung und dem Eintreffen der Polizei einige Minuten liegen.

Aber nicht nur der Lärm störe, auch Drogenkonsum und -verkauf habe man schon gesehen, berichten Anlieger, die ihren Namen in der Zeitung nicht veröffentlicht sehen wollen. Hierzu hat die Polizei keine Anhaltspunkte. „Ausgangspunkt für ein polizeiliches Handeln im Zusammenhang mit Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz ist ein Anfangsverdacht für eine Straftat. Dieser ist für die zur Rede stehende Örtlichkeit aktuell nicht gegeben, da diesbezüglich bisher keine Feststellungen oder konkrete Aussagen von Zeugen vorliegen, denen nachgegangen werden kann“ so Dornfeld.

Allerdings habe es seitens der Polizei schon Einsätze an der Schwimmhalle gegeben. Erst am 26. April meldeten Zeugen, dass an der Wolfsbrücke mehrere Jugendliche eine Bushaltestelle sowie mehrere Blumenrabatten beschädigten. „Vor Ort konnte die Polizei einen Jugendlichen ausmachen, der einen Einkaufswagen gegen die Bushaltestelle geworfen haben soll. Der Einkaufswagen wurde dadurch beschädigt. Auch die herausgerissenen Blumen wurden gefunden. Hier wurde ein Strafverfahren wegen Sachbeschädigung eingeleitet“, berichtet Dornfeld.