Zerbst l An der Elbe zwischen Walternienburg und Dessau-Roßlau soll ein neues Naturschutzgebiet entstehen. Auf einer Fläche von rund 8500 Hektar soll die Natur noch mehr geschützt werden, teilte das Landesverwaltungsamt kürzlich mit. In dem neuen Naturschutzgebiet mit der Bezeichnung „Mittelelbe zwischen Mulde und Saale“ befinden sich bereits mehr als 4100 Hektar, die bereits als ausgewiesene Naturschutzgebiete geschützt sind. Gut 2360 Hektar der auszuweisenden Kernzonen des neuen Naturschutzgebietes sind bereits im Eigentum des Landes oder von anerkannten Naturschutzorganisationen.

Öffentliche Beteiligung

Am 9. August beginnt nach einer Information des Landesverwaltungsamt die öffentliche Beteiligung der Bürger sowie der Eigentümer der betroffenen Flächen. Bis zum 10. September liegt der Entwurf der geplanten Verordnung über die Ausweisung es Naturschutzgebietes unter anderem im Zerbster Rathaus aus. Betroffene Bürger können dann in einer Stellungnahme Hinweise, Anregungen oder Kritik zu der geplanten Verordnung vorbringen.

„Das geplante Naturschutzgebiet umfasst das Kerngebiet des Naturschutzgroßprojektes Mittlere Elbe, in dessen Fokus die Erhaltung beziehungsweise Wiederherstellung der Auenlandschaft an der Mittleren Elbe durch vielfältige Maßnahmen des Schutzes, der Pflege und der Nutzung stehen.“ Naturschutzgroßprojekte dienten generell der Errichtung und Sicherung schutzwürdiger Teile von Natur und Landschaft mit gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung und würden durch die Bundesrepublik Deutschland gefördert. Weiterhin werde dieses Projekt mit Mitteln des Landes Sachsen-Anhalt und des WWF, der als Projektträger fungiert, finanziert. Das Projekt startete 2001 und wird 2018 enden. Das Land Sachsen-Anhalt habe sich verpflichtet, das Kerngebiet des Projektes zum Naturschutzgebiet zu erklären, heißt es in einer Mitteilung des Landesverwaltungsamtes.

Tierarten schützen

Mit der Unterschutzstellung sollen mehrere Tierarten, wie Biber, Fischotter oder Unken geschützt werden. Ganz allgemein handelt es sich bei dem Gebiet allerdings um eine einzigartige Flusslandschaft, die noch nicht begradigt ist und wo der Fluss noch natürlich fließt.

Im Wechsel der Jahreszeiten schwillt das Wasser hier an. Die Natur hat sich auf den Überschuss oder den Mangel des Wassers eingerichtet. Auch die Tierwelt ist an das Leben an dem Fluss angepasst. Im Rahmen der Ausweisung als Naturschutzgebiet können Einschränkungen in der künftigen Nutzung der Flächen erfolgen, heißt es in der Pressemitteilung. So können sowohl die landwirtschaftliche Nutzung, als auch Freizeitaktivitäten oder die Jagd und die Fischerei betroffen sein, heißt es.

Breite Transparenz

Ein Blick in die Unterlagen lohnt sich deshalb für die betroffenen Eigentümer und die bisherigen Nutzer der Flächen. Allerdings soll die Unterschutzstellung des geplantes Bereiches nicht zu einer Verunsicherung der Bürger in der Region führen, heißt es weiter. „Für die Zielstellung einer breiten Transparenz und die Einbeziehung eines großen Personenkreises während der jeweiligen Unterschutzstellungsverfahren sind die inhaltlichen und fachlichen Hintergründe sowie aktuelle Ergänzungen zusätzlich auf der Homepage des Landesverwaltungsamtes eingestellt“, teilt das Landesverwaltungsamt mit.

Außerdem sei ein Flyer erarbeitet worden, der die wesentlichen Eckpunkte zusammenfasst und jeweils in den Stadtverwaltungen ausgelegt wird“. Ein Blick auf die Internetseite könnte sich also lohnen – wenn die betroffenen Bürger ohne flächendeckend verfügbare Breitbandanschlüsse dazu überhaupt technisch in der Lage sind.