Warten

Saison in Vorbereitung

Das Warten auf die Gäste geht weiter. Auf dem Deetzer Jugendbauernhof ist man indes gut vorbereitet auf die Saison.

Deetz l Der Schulbetrieb soll ab März wieder hochfahren. Je nach Inzidenzwert werden nach und nach Lockerungen in allen Bereichen möglich sein. So ist der Plan im Land. Dass sich alles wieder normalisiert, das hofft auch der Leiter des Europa-Jugendbauernhofes in Deetz, Ulrich Weimeister.

Die Vorbereitungen für die bevorstehende Saison sind schon eine Weile in Gange. Schließlich hatte man ohne Gäste genug Zeit, alles auf Vordermann zu bringen. Eine Inventur wurde durchgeführt, der Wintereinsatz verlangte einiges ab, das Objekt musste sauber gehalten, kranke Tiere mussten versorgt werden. Eine neues Projekt wurde ebenfalls vorbereitet. „Ein großer Haufen Müll“ heißt es. Umweltbildung vor Ort steckt dahinter, dessen Nachhaltigkeit sich nach Möglichkeit bei den Teilnehmern zu Hause auswirkt. Alle Räume des Jugendbauernhofes wurden mit neuen Mülleimern zur Mülltrennung ausgestattet.

Ab Ostern wieder geöffnet zu sein, wäre super. Ab April bestehen bereits Verträge. Ob diese erfüllt werden können, weiß Weimeister nicht. Bis jetzt ist der Jugendbauernhof einigermaßen durch die Pandemie gekommen. Dank öffentlicher Hilfen. Über zwei Bundesprogramme gab es Geld für das Schullandheim. Die Mitarbeiter waren in Kurzarbeit. Wenn die Hilfen allerdings nun wegfallen, ist die Einrichtung wieder darauf angewiesen, dass das Haus belegt ist, dass Schulklassen, Vereine und andere Gruppen kommen.

Von April bis September muss der Saisonbetrieb normalerweise laufen, damit das Haus auch über den Winter kommt. Mit dem Ausbau des Nebengebäudes, wo zuletzt neue Räumlichkeiten entstanden, die auch über den Winter genutzt werden können, wurde eine ganzjährige Nutzung angestrebt. „Zum Glück konnten wir den Ausbau noch realisieren“, so Ulrich Weimeister. Unter jetzigen Bedingungen wäre das nicht mehr möglich gewesen.

Mit zwei kleinen und zwei großen Seminarräumen und dem gesamten Gelände bietet der Jugendbauernhof beste Voraussetzungen, technisch und vom Platz her, dass zum Beispiel Schulen das Lernen auch hierher verlagern können. Eine Entzerrung wäre überhaupt kein Problem, findet Ulrich Weimeister. Warum sollten dann also Schüler, die sowieso in der Schule gemeinsam lernen, sich nicht gemeinsam auf dem Jugendbauernhof aufhalten?

Ulrich Weimeister befürchtet, dass die Übergangszeit besonders hart wird. Alle sind in Wartehaltung. „Wir konnten uns über Wasser halten, aber wir brauchen soviel Wasser unterm Bauch, dass wir schwimmen können“, sagt er. Eine Förderung wäre seiner Meinung nach bis März 2022 nötig. In diesem Sinne spricht Weimeister als Vorsitzender des Verbandes der Schullandheime alle Fraktionen des Landtages an, bittet um Unterstützung. Land sei in Sicht, wenn drei Viertel der Bevölkerung geimpft sind, schätzt er. Ab Sommer vielleicht.

Die Schulen ruft er auf, ruhig zu buchen. Das sei kein Risiko. Im Pandemiefall würden Anzahlungen auf jeden Fall zurück gebucht. Mit einem Sicherungsschein für Reisen ist auch der Insolvenzfall abgesichert. Ab Mai stehen auch wieder Belegungen aus dem Berliner Raum im Kalender. Ulrich Weimeister bedauert es nach wie vor, dass die Schulen aus dem eigenen Landkreis die Angebote des Jugendbauernhofes weniger wahrnehmen. Mit dem Schülerticket ist sogar die Fahrt nach Deetz kostenfrei.

Für die Sommerferien ist Ulrich Weimeister schon optimistischer. Für fünf Wochen Ferienfreizeit hat sich ein großer Veranstalter schon eingemietet. Dazu wird man natürlich die Reiterferien anbieten. Und auch das Internationale Workcamp soll vom 5. bis 24. Juli stattfinden.

Und noch etwas steht in diesem Jahr bevor. Das 25-jährige Bestehen des Jugendbauernhofes. Das soll am 17. September gefeiert werden.

Wenn auch im Moment noch keine Gäste da sind, werden Deetzer und andere im Hofladen bedient. Fleisch, Wurst, Eier und mehr kommen vom eigenen Hof. „Immerhin sind wir der einzige Laden in Deetz“, so Weimeister.