Zerbst | Gerade einmal 15 Grad hat das Wasser im Rutschenbecken, das Peter Zschoch am Dienstagormittag mit dem Unterwassersauger reinigt. Während es im Hintergrund sanft plätschert, steuert der Schwimmmeister das Gerät über den Beckenboden. Eine Bahn nach der anderen dreht es, saugt Kalkreste, Blütenstaub und anderen Schmutz auf, der sich abgesetzt hat.

Unterdessen füllt sich das große Becken zunehmend mit gefiltertem Nuthewasser. „Das dauert im Schnitt sechs Tage“, erklärt Sandra Lisso. Durch die Havarie einer Pumpe muss dieses Mal etwas mehr Zeit eingeplant werden, bis das Becken randvoll ist. Denn die Ersatzpumpe zieht nicht so viel Wasser hoch, wie die Schwimmmeisterin erläutert.

Schwimmhalle bleibt geschlossen

Ab heute ist das gesamte Bäderteam im Freibad im Einsatz, um die letzten Vorbereitungen für den bevorstehenden Saisonstart vorzunehmen. Zeitgleich wird die Volksschwimmhalle geschlossen. „Auch bei schlechter Witterung bleibt diese zu“, erklärt Jürgen Konratt. Er ist Geschäftsführer der Zerbster Stadtwerke, die die beiden Bäder betreiben.

Einen sechsstelligen Betrag nimmt das kommunale Unternehmen in die Hand, um das 25-Meter-Becken der Schwimmhalle grundhaft zu sanieren. „Wir rechnen mit Kosten um die 350.000 Euro“, berichtet Konratt von der aufwendigen Instandsetzungsmaßnahme.

25-Meter-Becken wird saniert

Seit Dienstagabend wird langsam das Wasser aus dem Becken abgelassen, um es trocken zu legen. Anschließend können die Arbeiten beginnen. Neben den alten Fliesen wird ebenfalls das Dickbett entfernt, auf dem die Kacheln verlegt sind. Auch die Beckenumrandung verschwindet. Wie der Stadtwerke-Chef schildert, wird das alles – einschließlich sämtlicher Zu- und Abläufe – komplett erneuert.

Die umfangreiche Maßnahme begründet die Schließung der Schwimmhalle. Das betrifft ebenfalls die Sauna. Badehungrigen bleibt in Zerbst vorerst nur das Freibad, um ins kühle Nass abzutauchen.

Treppe für bequemen Einstieg

Das gestaltet sich fortan deutlich bequemer, weist Sandra Lisso auf eine Neuerung hin. So wurde in eine Tiefbeckentreppe investiert, über die jeder nun über Stufen statt der vorhandenen Leitern in das große Becken gelangen kann. Vor allem der älteren Generation soll das den Einstieg erleichtern.

Daneben erfolgten wie in jedem Jahr notwendige Reparaturmaßnahmen. Wie die Schwimmmeisterin erzählt, mussten im Rutschen- und im Nichtschwimmerbecken einzelne Fliesen ausgetauscht werden. Auch an den gepflasterten Außenflächen wurden Ausbesserungen vorgenommen.

Sonnige Vorhersagen

Der Freibaderöffnung am 18. Mai steht somit nichts mehr im Wege. Einzig das Wetter sollte noch mitspielen. Aktuell sagen die Meteorologen sonnige 24 Grad voraus. Aus dem Grund ist Sandra Lisso zuversichtlich, dass sie am Sonnabend einige Badegäste begrüßen kann. Wie sich die Saison entwickeln wird, bleibt abzuwarten.

2018 war ein Rekordjahr für die Stadtwerke. Der heiße Sommer mit tropischen Temperaturen und die lang anhaltende Hitzewelle bescherten dem Freibad fast 40.000 Besucher – doppelt so viele wie durchschnittlich. Das achtköpfige Bäderteam – neben den zwei Schwimmmeistern gehören zwei Fachangestellte für Bäderbetriebe und vier Kassenkräfte dazu – zumindest steht in den Startlöchern.

Längere Öffnungszeiten im Sommer

Im Mai, Juni und September ist das Erlebnisbad übrigens von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Im Juli und August kann zwischen 9 und 20 Uhr Abkühlung in den Becken und Erholung auf den Liegewiesen gesucht werden.