Zerbst/Anhalt-Bitterfeld l Im wesentlichen kann die Polizei sagen: Es gab Unfälle, aber nicht wirklich mehr oder weniger als im Vorjahr.

Täglich etwa 36 Unfälle

Im Jahr 2017 ereigneten sich auf den Straßen im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost täglich durchschnittlich etwa 36 Verkehrsunfälle, alle 24 Minuten wurde ein Fahrzeug beschädigt, alle vier Stunden und 48 Minuten wurde ein Verkehrsteilnehmer verletzt und fast jeden zehnten Tag verunglückte ein Mensch im Straßenverkehr tödlich.

Insgesamt kam es zu 13 207 Verkehrsunfällen im Jahr 2017 an denen 22.334 Personen beteiligt waren. Das sind 175 Personen weniger als im Vorjahr. Es wurden dabei 22.152 beteiligte Fahrzeuge registriert. Hier ist ein Rückgang von 208 Fahrzeugen im Vergleich zu 2016 festzustellen.

Meisten Unfälle im Juni

Der Tag mit dem höchsten Unfallaufkommen waren in Wirklichkeit zwei, an denen es sonnig war, mit einigen Wolken und es 24 bis 27 Grad waren. Es waren der 1. und 2. Juni 2017 an denen sich 76 Unfälle ereigneten, wobei zehn beziehungsweise neun Personen verletzt wurden.

Dagegen war es ein verregneter, fünf Grad kalter Tag, der 19. März 2017, an dem das Verkehrsunfallaufkommen am geringsten war. Lediglich acht Unfälle wurden hier registriert und eine Person verletzt. „Dieser Tiefstwert könnte dem geringen Sonntagsverkehrsaufkommen zugeschrieben werden“, kommentiert Maik Vanak aus dem Direktionsbüro.

Generell seien die Unfallzahlen eben leicht rückläufig beziehungsweise stagnierend im Vergleich zu 2016.

Ein Blick in die Zahlen verrät: Es gibt einen leichten Rückgang im generellen Unfallgeschehen um 35 Unfälle (-0,26 Prozent). „Der leichte Rückgang der Gesamtunfallzahlen im Zuständigkeitsbereich der Polizei- direktion Sachsen-Anhalt Ost spiegelt einen landesweiten Trend wider“, sagt Vandak.

Allerdings sei im Vergleich zum Jahr 2013 ein Zuwachs der Verkehrsunfälle um 3,71 Prozent (472 Verkehrsunfälle mehr) ersichtlich.

„Diese Entwicklung ist außerorts sowohl innerorts und auch auf der Bundesautobahn 9 zu verzeichnen“, so Maik Vanak.

Allerdings ist im Gegensatz zum Rückgang im Unfallgeschehen ein Anstieg bei den durch Unfälle Getöteten zu verzeichnen – drei Personen, ein Plus von 8,82 Prozent. Ebenso ist ein leichter Anstieg der Verkehrsunfälle mit Personenschaden um sechs Personen (+0,43 Prozent) und ein leichter Anstieg bei den Leichtverletzten um zwei Personen (+0,15 Prozent) registriert worden.

Hingegen sind es aber einige Schwerverletzte nach Unfällen weniger – ein Minus von sechs Personen (-1,14 Prozent) ist hier zu verzeichnen.

Betrachtet man die Langzeitentwicklung bei im Straßenverkehr ums Leben gekommenen Personen, ist auch hier ein leichter Anstieg zu verzeichnen.

Im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Ost konnte zwar der Wert auf der Bundesautobahn 9 von drei auf zwei tödlich verunglückten Verkehrsteilnehmern und im Landkreis Wittenberg von 15 auf 11 Getötete zurückgedrängt werden, jedoch stieg die Zahl der im Straßenverkehr tödlich Verunglückten im Zuständigkeitsbereich des Polizeirevieres Anhalt-Bitterfeld von 11 auf 19 (+8).

Unfallursachen sind ähnlich

In der Rangfolge der Hauptunfallursachen gibt es seit Jahren kaum Veränderungen. „Nach wie vor ist etwa jeder fünfte Unfall ein Wildunfall. Somit bleiben Wildunfälle die Unfallursache Nummer eins im Zuständigkeitsbereich. Gleich danach gelten das Nichtbeachten des Sicherheitsabstandes und der zulässigen Höchstge-schwindigkeit, das Wenden und Rückwärtsfahren sowie die Missachtung der Vorfahrt als hauptunfallursächlich“, kann Maik Vanak aufzählen.