Zerbst l Der Ausbau und die Sanierung der Friedensallee und Käsperstraße in diesem Jahr treffen den Nerv der Leute. Alle Plätze für interessierte Bürger waren beim Bauausschuss besetzt. Auf der Tagesordnung: Erste Planvorstellungen zu den Ausführungen. Dafür vor Ort: die vom Landkreis engagierte Planerin Claudia Ladde. Sie erklärte, was bisher schon feststeht.

Was soll gemacht werden?

Der Landkreis wird jeweils die noch unsanierten Teile der beiden Straßen sanieren. Die Stadt übernimmt die Gehwege und die Beleuchtung. Zusätzlich hat man jetzt noch Heidewasser und den Abwasserzweckverband Elbe-Fläming mit ins Boot geholt. „Sie wollen sich, wenn die Straßen einmal auf sind, gleich genau ihre Kanäle und Leitungen anschauen. Bisher sind neue Trinkwasserleitungen geplant. Ob Heidewasser den Kanal in der Käsperstraße sanieren wird, steht noch nicht endgültig fest“, sagt Ladde. Sogar die Telekom hat man mit an den Tisch bekommen. Das Kommunikationsunternhemen will Leerleitungen legen, um für eine künftige Verlegung nicht noch einmal die Straße aufmachen zu müssen.

Wie viel müssen die Anwohner zahlen?

Die Anwohner werden beteiligt, das steht fest. Wie viel es genau ist, ist noch nicht raus, da noch kein Leistungsverzeichnis der Arbeiten erstellt wurde und somit auch noch keine genauen Preise vorliegen. Klar ist aber, dass die Anlieger nicht am Straßenausbau beteiligt werden, sondern nur am Gehwegausbau und der Beleuchtung. Ob sie am Regenwasserkanal beteiligt werden, ist noch nicht ganz klar, aber auch hier versuche man, wenn denn, die Beteiligung gering zu halten.

Kosten:

Jetzt sitzt man an der Erstellung der Leistungsverzeichnisse, um auch die Ausschreibungen für die Auftragsvergabe auf den Weg zu bringen. Das alles soll im Frühjahr über die Bühne gehen. „So dass wir im Mai eine Anwohnerversammlung planen. Bei dieser sollen dann auch Landkreis, Stadt, Heidewasser und der Abwasserzweckverband Elbe-Fläming dabei sein, damit wirklich alle Fragen beantwortet werden können“, so Ladde.

Parkplätze:

Vor allem in der Friedensallee sind Parkplätze Mangelware. Aufgrund der sehr dichten Bebauung gibt es kaum Raum auf Grundstücken, der zum Parken genutzt wird. Die meisten stehen auf der Straße. Insgesamt hat die Planerin bisher 83 Parkplätze in der Friedensallee und fünf in der Käsperstraße planen können. „Allerdings würde das zu Lasten des Grüns gehen. Wir werden für die Umbau- und Sanierungsarbeiten alle Bäume fällen. Bisher haben wir sieben Neupflanzungen vorgesehen“, erklärt Ladde. Ist mehr Grün erwünscht, könnte das berücksichtigt werden, dann aber zu Lasten von Parkplätzen. „Hier sollte man eine Einigung bei der Anwohnerversammlung finden. Da sind alle da und jeder kann seine Meinung einbringen“, sagte Bürgermeister Andreas Dittmann. In Stein gemeißelt sei dieser Plan bis dahin noch nicht.

Geh- und Radwegsituation:

Prinzipiell kann man das wohl mit Ja beantworten. Überall entstehen neue Gehwege. Auf den Straßen werden sogenannte Radfahrschutzstreifen eingezeichnet von 1,25 bis 1,50 Breite. „Hier haben wir uns nach den Empfehlungen des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs gerichtet. Zum einen müssen Radfahrer dann nicht mehr Straßen kreuzen und so Huckel in Kauf nehmen, zum anderen sind sie so sichtbarer für die Autofahrer. Damit erreicht man mehr Akzeptanz und Vorsicht der Autofahrer gegenüber den Radfahrern“, erklärt Dittmann. Außerdem können Radfahrer so auf einheitlicher Strecke durchfahren.