Zerbst/Bone l Die 27 eintreffenden Rettungskräfte aus Zerbst und Bone sehen ein Mädchen (Amelie Ritter) am Waldesrand. Es hatte die Retter gerufen. Seine Mutter und ihre Freundin seien verschwunden, erzählt es den Rettungskräften am Boneschen Teich.

Die Feuerwehrmänner bauen ihren Hubsteiger auf. Hoch hinaus fahren zwei Kameraden und verschaffen sich einen Überblick über das Gelände und vor allem den See. „Wir setzen dafür unsere Wärmebildkamera ein“, erklärt Einsatz- und Ortswehrleiter Steffen Schneider. Damit könnten die Männer auch im Wasser eine Person erkennen. Während die meisten der anderen Kameraden eine Kette bilden und beginnen, den Wald zu durchkämmen, treffen die Mitglieder der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) ein. Sie lassen ihre Boote ins Wasser, zwei Taucher machen sich fertig. „Die DLRG arbeitet jetzt autark“, so Schneider. Bei ihm als Einsatzleiter laufen beide Funkfrequenzen zusammen, er gibt die Informationen weiter.

Dann ändert sich die Situation. „Die Mutter ist bei uns eingetroffen. Allerdings waren es nicht zwei, sondern drei Mädchen. Das dritte fehlt. Wir suchen jetzt zwei Mädchen“, gibt er an die Kräfte bekannt. „Dass sich die Situation während des Einsatzes ändert, kann durchaus vorkommen“, fügte er an.

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Währenddessen kommt ein Boot der DLRG zum Ufer gebraust. „Sie haben eines gefunden“, sagt Schneider. Eine kindesgroße Puppe hatte der Leiter vorher im Wasser versteckt.

Günter Benke von der DLRG erklärt: „Wir suchen zuerst die Ufer an, dann gehen die Taucher immer weiter.“ Mit Seilen sind die beiden Taucher mit einem Signalmann verbunden. Dieser fragt durch ziehen an der Leine regelmäßig den Zustand des Tauchers ab. Der antwortet ebenso. „Viermal ziehen heißt: Alles okay“, so Benke. Zahlreiche andere Signale gibt es zudem auch noch. Auch die Signalmänner sind Taucher. Im Notfall retten sie ihren Kameraden. „Die Schwierigkeit im Wasser ist, dass es eine dritte Dimension gibt“, so Benke. Der Suchradius ist die Armlänge, aber eben nicht nur links oder rechts, sondern auch oben und unten, fügt er an.

Dass müssen die Feuerwehrleute allerdings auch. „Ich habe sie darauf hingewiesen, auch in den Bäumen nachzusehen. Schließlich suchen wir Kinder. Wer weiß schon, was Kindern alles einfällt?“, so Schneider. Kurz darauf melden die Kameraden ihren Erfolg.

Nach einer Stunde ist der Übungseinsatz am Freitagabend gegen 19.15 Uhr vorbei.

„Ich bin zufrieden. Die Kameraden mussten sehen, wie schwer es eigentlich ist, im unwegsamen Gelände wie im Wald die Kette aufrecht zu erhalten“, so Schneider. Tempo, Abstand, Richtung müssen immer eingehalten werden.Sonst entstehe ein Rasterloch. „Und da sucht man nie wieder.“

Auch das Zusammenspiel der Dienste habe gut geklappt.