Waldbrandgefahr

Vermeintlicher Brandstifter zündet Waldstück nahe Badetz bei Zerbst an

Am 19. Juni löst ein Grillabend einen Großeinsatz der Feuerwehren aus. Der Zerbster Stadtwehrleiter Denis Barycza und die Stadtverwaltung warnen eindringlich vor offenem Feuer in Wald und Flur.

Von Thomas Kirchner
Nahe Badetz steht am Freitagabend (18. Juni) ein kleines Waldstück in Flammen.
Nahe Badetz steht am Freitagabend (18. Juni) ein kleines Waldstück in Flammen. Foto: Thomas Mücke

Badetz/Zerbst - Das ist gerade noch mal gut gegangen, so das Fazit von Einsatz- und Nuthaer Ortswehrleiter Thomas Mücke. „Am 18. Juni, gegen 21. 15 Uhr, hatte Familie Wolff aus Hohenlepte Flammen aus einem Waldstück nahe Badetz schlagen und einen Unbekannten scheinbar flüchten sehen“, schildert Mücke.

Die Familie habe sofort gehandelt, die Feuerwehr gerufen und anschließend versucht, das Feuer im Zaum zu halten. „Ein junges Pärchen, das in diesem Moment vorbei fuhr, eilte ihnen zu Hilfe. So engagierte Helfer erlebt man nicht oft. Deshalb herzlichen Dank dafür“, betont Mücke.

Er möge sich nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn das Feuer über längere Zeit unentdeckt geblieben wäre. „Bei der momentanen Hitze und Trockenheit hätten wir es schnell mit einem flammenden Inferno zu tun gehabt“, weiß der erfahrene Feuerwehrmann. Aufgrund der Beobachtungen der Ersthelfer habe er die Polizei hinzugezogen. Im Einsatz waren zehn Kameraden aus Nutha und sechs aus Steckby.

Am 19. Juni, gegen 21.45 Uhr, gab es dann in einem Waldstück nahe Walternienburg in Richtung der Elbbrücke eine Rauchentwicklung. Alarmiert wurden die Ortsfeuerwehren Walternienburg, Gödnitz, Güterglück und Nutha. „Beim Eintreffen der Einsatzkräfte hat sich herausgestellt, dass eine Personengruppe einen Grill angezündet hatte, der offenbar für den Rauch verantwortlich war“, sagt Stadtwehrleiter Denis Barycza. Auch hier sei die Polizei hinzugezogen worden.

Barycza warnt eindringlich vor offenem Feuer in Wald und Flur. „Bei dieser Wetterlage reicht der sprichwörtliche Funke, um am Ende eine Katastrophe auszulösen“, so der Appell des Stadtwehrleiters.

Erst am Freitag hatte die Stadtverwaltung auf die hohe Waldbrandgefahr hingewiesen. Angesichts der derzeit im Landkreis Anhalt-Bitterfeld geltenden höchsten Waldbrandgefahrenstufe ist das Abbrennen von offenen Feuern im Freien – auch Traditionsfeuern – in der gesamten Einheitsgemeinde grundsätzlich untersagt. Darauf hat die Stadtverwaltung am 18. Juni in einer Pressemitteilung hingewiesen.

Das Verbot gelte auch für bereits vom Ordnungsamt der Stadtverwaltung genehmigte Feuer, wird in dem Schreiben betont. Grundsätzlich können offene Feuer beziehungsweise Traditionsfeuer im Freien seit kurzem wieder nach den Festlegungen der Gefahrenabwehrverordnung der Stadt Zerbst beim städtischen Ordnungsamt beantragt werden. In den Genehmigungen wird allerdings ausdrücklich auf die Untersagung des Abbrennens ab der Waldbrandwarnstufe 3 verwiesen, heißt es in der Mitteilung weiter.