Zerbst l Acrylbilder, Fotocollagen, Bleistiftzeichnungen, Specksteinskulpturen, Drahtplastiken und weitere moderne Werke zieren derzeit den Alumnatskorridor des Zerbster Francisceums. „138 Arbeiten sind es insgesamt, etwas mehr als im vergangenen Jahr“, freut sich Elke Borchardt. Gemeinsam mit den beiden weiteren Kunstlehrerinnen des Gymnasiums Susan Lanfer und Steffi Heger koordiniert und organisiert sie die „Junge Kunst in Anhalt“. Alljährlich richtet die Francisceumsstiftung den renommierten Nachwuchswettbewerb anlässlich der traditionellen Zerbster Kulturfesttage aus. Inzwischen ist es bereits die 25. Auflage, an der sich wieder zahlreiche angehende Künstler aus Dessau, Jessen, Köthen und natürlich Zerbst beteiligen.

Jüngere stärker vertreten

„Die jüngere Altersgruppe zwischen 15 und 17 Jahren ist mit 111 Werken deutlich stärker vertreten als die Altersgruppe 18 bis 20 Jahre mit nur 27 Werken“, sagt Elke Borchardt. Sie berichtet von vielen Zeichnungen, aber wenigen Druckgrafiken. Fotografien hingegen sind sehr beliebt bei den Teilnehmern, Skulpturen finden sich hingegen nur wenige, wie sie schildert. Dennoch ist das Spektrum der Werke, die bis zum 14. April am Weinberg ausgestellt sind, äußerst vielfältig und sehenswert.

Davon überzeugt sich als Erstes die vierköpfige Jury, die vor der Herausforderung steht, die eingereichten Beiträge zu bewerten und Preisträger in den drei Kategorien Malerei, Grafik und Fotografie sowie Plastik und Objekt zu bestimmen. Punkte werden dazu allerdings nicht vergeben. Vielmehr verschafft sich ein jeder des Kritikerquartetts zunächst einen eigenen Eindruck von den einzelnen Arbeiten.

Bilder

Kreativität und Einmaligkeit

„Ich gehe davon aus, dass wir hier keine Berufskünstler haben, sondern junge Leute, die sich entfalten wollen“, schildert Gerhard Mattes seine Herangehensweise. Das Bild müsse inhaltlich und gestalterisch zusammenpassen, versucht der älteste und erfahrenste Juror seine Kriterien zu erläutern. „Ich achte auf Kreativität und Einmaligkeit und auf Sauberkeit bei der Ausführung“, erklärt Annemarie Reimann. Oft werde kopiert, ihr ist die Individualität der Werke wichtig, erläutert die Dozentin, die an der Hochschule Anhalt Architektur lehrt.

Wie Annett Heydecke gehört sie erstmals zum Jurorenteam, das von Siegfried Döring – dem dritten ehemaligen Kunstlehrer im Jury-Bund – vervollständigt wird. Wie die anderen macht er sich Notizen, während er die Lampenobjekte, Aquarelle und Tuschebilder betrachtet. „Wichtiger ist aber das Gespräch“, bemerkt Döring. Schon seit mehreren Jahren stellt er sich der schwierigen Aufgabe, die „Junge Kunst“ zu prämieren. Und jedes Mal werden die Entscheidungen angeregt diskutiert, bis ein Ergebnis vorliegt.

Publikumspreis

„Das dauert“, weiß Veronika Schimmel. Als Geschäftsführerin der Francisceumsstiftung verfolgt sie den Talentwettbewerb genau. „Es wird auch immer ein Publikumspreis vergeben“, bemerkt sie. Jeder Ausstellungsbesucher kann sein persönliches Lieblingswerk benennen. Bis zum 26. Februar läuft die Stimmabgabe. Schließlich muss alles rechtzeitig ausgezählt sein für die Auszeichnungsveranstaltung, die am 1. März um 16 Uhr beginnt. Dann werden die dotierten Preise feierlich vergeben.